ELTIF: Alles was Sie als Anleger wissen müssen

ELTIF steht für European Long Term Investment Fund. Seit 2015 steht das Finanzinstrument für nachhaltiges Wachstum.

klimaVest: Ein Geschäftsmann steht im Büro mit vielen grünen Pflanzen und denkt drüber nach was die Vor- und Nachteile eines ELTIFs sind

Im Jahr 2015 führte die EU den sogenannten europäischen langfristigen Investmentfonds ein. Der ELTIF soll ein nachhaltiges und integratives Wachstum in Europa fördern. Denn um Herausforderungen wie den Klimawandel und soziale Gerechtigkeit zu meistern, braucht es grenzüberschreitende Zusammenarbeit und passende Finanzierungsinstrumente. Mit dem ELTIF lassen sich z.B. nachhaltige Mobilität, grüne Stromnetze und gesellschaftsrelevante Gebäude finanzieren. Doch was genau sind ELTIFs, in welche Vermögenswerte investieren sie, warum sind sie gerade auch für Privatanleger geeignet und wie können Sie zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen?

ELTIF: der European Longterm Investment Fund

Was versteht man unter ELTIF? Die Definition

Die englische Abkürzung “ELTIF” steht für European Long-Term Investment Fund und bedeutet übersetzt Europäischer langfristiger Investmentfonds. Diese Anlageform dient der Förderung langfristiger europäischer Investitionen in die Realwirtschaft und aktiviert dafür besonders auch Finanzmittel von Privatanlegern, die bisher kaum in Infrastrukturprojekte investieren konnten.

Was genau ist der ELTIF? Kurz erklärt

Der Europäische langfristige Investmentfonds (ELTIF) ist ein relativ neuer Investitionsrahmen in der EU. Damit können Anleger*innen Geld in Projekte und Unternehmen investieren, die langfristiges Kapital benötigen. Um die Anleger und die Unternehmen zu schützen, müssen Investmentfondsmanager bei der Auflage von ELTIFs strenge Regeln befolgen.

Mit Hilfe von ELTIFs sollen illiquide Kapitalanlagen für Privatanleger zugänglich werden – z.B. Infrastruktur oder Sachwerte wie Windkraftanlagen. Dabei steht Transparenz und Investorenschutz im Mittelpunkt: Wegen der Illiquidität und der langfristigen Auslegung der Fonds müssen Anleger mindestens 10.000 Euro anlegen und die Anlagesumme darf höchsten zehn Prozent des investierbaren Vermögens des Anlegers ausmachen. So wird nur ein Bruchteil des Anlagevermögens lange gebunden.

Wie entstand der ELTIF? Die Geschichte

ELTIF sind langfristig angelegt, haben aber selbst noch keine lange Historie. Das junge Investmentvehikel ist eine Schöpfung der Europäischen Union. Sie veröffentlichte die Verordnung über den europäischen langfristigen Investmentfonds (ELTIF, VO (EU) 2015/760) am 29. April 2015 und wenige Monate später, am 8. Juni 2015, trat sie in Kraft. Seit dem 9. Dezember 2015 gilt die Verordnung in allen europäischen Mitgliedsstaaten. 

Die Entwicklung des ELTIFs stellte für die EU einen wichtigen Meilenstein dar. Mit den langfristigen Investitionsfonds und anderen Maßnahmen wollte die EU ihren Aktionsplan für eine Kapitalmarktunion bis 2020 in die Tat umsetzen. Der Plan sieht ein kluges, nachhaltiges und integratives Wachstum vor, das grenzüberschreitend wirkt. Dazu können ELTIFs beitragen, indem sie Investitionen in die Realwirtschaft lenken.

ELTIFs sind

  • Alternative Investmentfonds (AIF)
  • langfristig angelegt
  • in Sachwerte, Infrastruktur oder mittelständische Unternehmen investiert
  • diversifiziert und streng reglementiert zum Schutz von Anleger*innen
  • ab einem Vermögen von 100.000 Euro auch für Privatanleger investierbar

  
ELTIFs gehören zu den Alternativen Investmentfonds (Alternative Investment Funds, AIF) und können in der ganzen EU vertrieben werden. AIFs stehen für eine besonders breite Risikostreuung und unterliegen einer Erlaubnis durch die jeweilige nationale Aufsichtsbehörde sowie einer Meldepflicht.

Warum brauchte es den ELTIF? Die Marktlücke

Mit dem Konstrukt „ELTIF“ schloss die EU eine Kluft, die vorher zwischen Unternehmen und Privatanlegern bestand. Denn Finanzmittel erhielten Firmen bisher hauptsächlich von Banken oder institutionellen Investoren. Die Finanzierungsinstrumente der europäischen Mitgliedsstaaten waren uneinheitlich und meist nicht auf langfristige Investitionen wie Infrastrukturprojekte ausgerichtet. Also stoppte das Geld an den Grenzen und begrenzte damit auch das Wachstum von Fonds und die Möglichkeiten sowohl der Projekte, als auch der Anleger.

Nun erhalten also auch Privatanleger den Zugang zu Assetklassen wie Beteiligungen (Private Equity), Fremdkapitalfinanzierung (Private Debt) und Infrastruktur. Die Fonds im EU-weit regulierten Rahmen machen es möglich, Nachfrage und Angebot zusammenzubringen: Der hohe Geldbedarf vor allem für Infrastrukturprojekte auf der einen Seite und die Finanzmittel von Kleinanlegern, die nach einer guten Verzinsung suchen, auf der anderen Seite.

So funktioniert ein ELTIF

klimaVest: Grafik die zeigt, wie ein ELTIF funktioniert und den Prozess vom Investment zeigt

Welche Ziele verfolgen ELTIFs? Die Chancen

Dabei kann das Geld in vielfältige Projekte fließen: Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Energiewende und Innovationen im Mittelstand brauchen dringend mehr Kapital. Durch das Direktinvestment gelangen tatsächlich mehr Mittel in die Realwirtschaft. Bisherige Private-Equity-Dachfonds waren teuer, denn sie verlangten doppelt Gebühren – diesen Umweg sparen ELTIFs.

Die Europäische Union betont die Bedeutung von langfristigen Investitionen für den grünen Umbau der Infrastruktur im Rahmen ihres Green Deals. Umwelt- und Klimaschutz, aber auch Herausforderungen in der Realwirtschaft, die durch die Covid19-Pandemie entstanden sind, brauchen Finanzmittel im öffentlichen und privaten Sektor – dafür sollen gerade auch ELTIFs eine immer wichtigere Rolle spielen.

Ein ELTIF ermöglicht Beteiligungen an Infrastruktur und KMU. So bietet der Ansatz auch eine harmonisierte EU-Regelung für sogenannte „Public Private Partnership“ Projekte: Aus einer Partnerschaft zwischen öffentlicher Hand, Realwirtschaft und Finanzwirtschaft können konkrete Projekte entstehen. „Public“ (öffentlich) ist zum Beispiel der Auftrag zum Straßenbau durch den Bund, „Private“ die Umsetzung (durch Straßenbauunternehmen) und ebenfalls „Private“ die Finanzierung (durch Privatanleger).

Vorteile von ELTIFs:

  • Erstmals europaweiter, regulierter Zugang für Kleinanleger zu alternativen Investmentfonds (AIF) abseits der Börse
  • Zusammenarbeit zwischen der Realwirtschaft und den Finanzmärkten
  • Beteiligung von (Privat-)Investoren am grenzübergreifenden Aufbau der europäischen Wirtschaft
  • Konzentration auf Vermögenswerte, die soziale und wirtschaftliche Mehrwerte schaffen
  • Transparenz mit klarer Wertentwicklung als Wert gebuchtes Wertpapier im Depot

Wo investiert ein ELTIF? Die Langzeitinvestments

Privatanleger, indem er ihnen Zugang zu sogenannten „private markets“ (oder privaten Märkten) gewährt. Wie das „L“ von longterm im Namen nahelegt, kann der ELTIF nur in Unternehmen und Projekte investieren, die langfristiges Kapital benötigen.

Investiert wird in Anlageklassen in Form von Sachwerten und Infrastruktur:

  • Anteile an Unternehmen / Eigenkapital (Private Equity)
  • Kredite / Fremdkapitalfinanzierung (Private Debt)
    • Immobilien (v.a. mit gesellschaftlichem Aspekt, z.B. Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime, Gefängnisse)
  • Infrastruktur (v.a. Transport und Energie):
    • Flugzeuge und Flughäfen

    • Schiffe und Häfen

    • Mautstraßen, Parkplätze, Parkuhren

    • Kraftwerke, Erneuerbare Energien, Abfallentsorgungsinfrastruktur

    • Telekommunikationsnetzwerke

    • Fabriken, Maschinen

Darüber hinaus kann der ELTIF investieren in:

  • Sachwerte, deren Entwicklung langfristiges Kapital benötigt (Wert von mind. 10 Mio. Euro)
  • Geistiges Eigentum und andere immaterielle Vermögenswerte (Bildung, Forschung, Entwicklung)
  • Umbrella Funds (max. 20%):
    • Andere ELTIFs

    • Europäische Risikokapitalfonds (European Venture Capital Funds, EuVECA) 

    • Europäische Fonds für soziales Unternehmertum (European Social Entrepreneurship Funds, EuSEF) sowie

    • bestimmte Infrastrukturfonds

Bisher waren solche Assets nur institutionellen Anlegern zugänglich. Von der neuen Anlageform sollen vorrangig EU-Bürger*innen, EU-Unternehmen, Investor*innen und Manager*innen profitieren.

Mit den Unternehmensanteilen sollen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU, engl. SMEs) gefördert werden. Die ELTIF-Verordnung (VO) sieht bestimmte Firmen als „qualifizierte Portfoliounternehmen“ vor:

  • Nicht-börsennotierte Unternehmen oder 
  • börsennotierte kleinere und mittelgroße Unternehmen (KMU) mit einer Marktkapitalisierung von bis zu 500 Mio. Euro
  • niedergelassen in einem Mitgliedsstaat oder einem kooperativen Drittland3 
  • dürfen kein Kollektivvermögen und kein Finanzunternehmen sein (kein Organismus für gemeinsame Anlagen)

Worin kann ein ELTIF investieren?

klimaVest: Übersicht in worein ELTIFs investieren können

Welche Grundsätze befolgt ein ELTIF? Kriterien und Regeln

Um Privatanleger zu schützen und dennoch Zugang zu Infrastruktur- und Sachwert-Assets zu gewähren, hat die Europäische Union strenge Regeln für die Qualität des ELTIF in der gleichnamigen Verordnung festgelegt.

Mechanismen für den Schutz von Privatanlegern bzw. Kleinanlegern sind:

Aufsicht und Management

Der ELTIF muss seinen Sitz in der Europäischen Union haben und gehört in die Kategorie von AIFs (Alternative Investment Fonds). Wie sich AIFs von anderen Fonds unterscheiden, wird im nächsten Abschnitt beschrieben. Jeder ELTIF und sein Fonds-Manager unterliegen der Bewilligung der jeweiligen Aufsichtsbehörde. Der Manager muss als Alternative Investment Fund Manager (AIFM) autorisiert sein und eine Verwahrstelle bestellen. Das EU-Gütesiegel und die Lizenz – der sogenannte europäische Vertriebspass – gelten dann für alle EU-Mitgliedsstaaten.

Wertpapierstatus

Rechtlich gesehen ist der ELTIF ein Wertpapier. Er wird in einem Depot mit einem Kurs verbucht, der mindestens vierteljährlich zum Nettoinventarwert bewertet wird. Somit erhalten Anleger*innen immer ein aktuelles Bild ihres Investments.

Zulässige Anlagevermögenswerte

ELTIFs sollen in bestimmte Assets investieren, die wirtschaftlichen und sozialen Mehrwert v.a. in der EU generieren. Dies sind vor allem Sachwerte und Infrastrukturprojekte (s. Liste unter „Wo investiert ein ELTIF?“)

Die 70 Prozent-Regel von Europäischen Langfristigen Investmentfonds (ELTIFs)

Da die Anlagewerte langfristiger Natur sind, kann es mehrere Jahre in Anspruch nehmen, bis der ELTIF alle Mittel des Fonds investiert hat. Damit keine überstürzten Investitionsentscheidungen getroffen werden, hat ein neuer ELTIF bis zu fünf Jahre Zeit, um sich aufzubauen. Dann muss er mindestens 70 Prozent seines Geldes in illiquide Assetklassen investieren. Die verbleibende Cash-Quote von maximal 30 Prozent kann als Fremdkapital in andere Fonds fließen: Dieser Puffer gewährt eine gewisse Flexibilität für die Entscheidung, wann Assets verkauft oder durch neue ersetzt werden sollen. Der liquide 30 Prozent Puffer muss nach den Regeln für Assets in UCITS Fonds (s. unten) angelegt werden, um den ELTIF vor riskanten Anlagen zu bewahren.

Diversifikation

Die Festlegung der Assetklassen und die 70 Prozent-Regel sind die wesentlichen Elemente für die Risikostreuung. Zudem muss ein ELTIF in der Regel mindestens zehn verschiedene Vermögenswerte halten. Maximal 10 Prozent eines ELTIFs sollten dabei in einem einzelnen Asset wie z.B. einem Unternehmen stecken. Um Spekulation auszuschließen, werden Instrumente mit Hebelwirkung beschnitten: Derivate dürfen nur zur Kapitalabsicherung zum Einsatz kommen, Leerverkäufe sowie Investitionen in Rohstoffe sind verboten.

Anforderungen an Anleger

Wer sich für einen ELTIF interessiert, sollte mindestens 100.000 Euro Vermögen besitzen. Wer weniger als 500.000 Euro besitzt, darf maximal 10 Prozent seines Vermögens in einen langfristigen Investmentfonds anlegen. Diesen Mechanismus für den Anlegerschutz haben die ELTIF-Macher der EU vor allem festgelegt, weil die langfristigen Investitionen die Liquidität stark einschränken.

Langfristigkeit

Was genau „langfristig“ bedeutet, haben die EU-Regulatoren offengelassen, jedoch sind die festgelegten Assetklassen, in die ein ELTIF investiert, naturgemäß langfristig – oft über zehn, teils sogar über 50 Jahre. Für jeden ELTIF wird ein Laufzeitende definiert, damit Anleger wissen, wie lange ihre Mittel in der Regel im Fonds gebunden bleiben. An diesem festgelegten Tag wird der Fonds fällig. Zudem wird für jeden ELTIF ein Reifestadium definiert, z.B. 5 Jahre. Investor*innen können ihre Anteile nicht vor dem definierten Reifestadium des Fonds abziehen. Durch den Wertpapiercharakter des Investmentvehikels erlauben aber einige ELTIFs, Anteile an die Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) zurückzugeben. Voraussetzung dafür ist, dass der Fonds risikodiversifiziert ist und das Kapital zu mehr als 70 Prozent in Assets investiert ist. Beide Kriterien müssen jedes Jahr zu einem Stichtag neu bestätigt werden.

Transparenz

Es bestehen strenge Regeln, u.a. für das Marketing an private und professionelle Investoren, den Verkaufsprospekt. Kommuniziert wird u.a. über das Zielportfolio (in welche Anlageklassen soll in investiert werden?), die Verwahrstelle, den Fondsmanager und die Kostenstruktur.

Die Regeln im Überblick

Zusammenfassend qualifiziert sich ein Fonds als ELTIF, indem er

  • von einem autorisierten Alternative Investment Fund Manager (AIFM) mit Verwahrstelle angeboten wird
  • nur in bestimmte Assetklassen (v.a. Infrastruktur und Sachwerte) investiert – mindestens zu 70%
  • eine festgelegte Laufzeit hat
  • transparent über den illiquiden Charakter von Langfristinvestments informiert
  • nur Geld von Anleger*innen mit einem Mindestvermögen von 100.000 Euro investiert
  • Hebel-Investments und andere riskante bzw. spekulative Techniken begrenzt

Zulässige Anlagevermögenswerte für ELTIFs

klimaVest: Die Grafik zeigt die für den ELTIF zulässigen Anlagevermögen wie z.B. Sachwerte

Wie unterscheiden sich ELTIFs von UCITS (OGAW)? Eine Einordnung

UCITS bzw. OGAW sind Investmentfonds, die in gesetzlich definierte und regulierte Arten von Finanzinstrumenten investieren. Die Abkürzungen meinen das Gleiche. Sie stehen für „Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities“ (UCITS) und die deutsche Übersetzung davon, „Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren" (OGAW).

Zulässige Anlagewerte für diese umgangssprachlich auch Publikumsfonds oder Wertpapierinvestments genannte Anlageform sind u.a. Eigenkapital – etwa in Form von Aktien –, Anleihen (Bonds), Finanzmarktinstrumente oder Anteile an anderen UCITS-Fonds. Viele der Regelungen für den noch recht jungen ELTIF sind von den UCTIS-Vorgaben inspiriert.

Der Unterschied zwischen ELTIF und UCITS (OGAW) liegt vor allem im langfristigen Charakter. Der ELTIF kann und soll mindestens 70% in Vermögensklassen investieren, die für UCITS nicht konform wären, wie etwa Infrastrukturprojekte. Gerade deshalb wurde der ELTIF erfunden: Um langfristiges Kapital – auch von Privatanlegern – in die Realwirtschaft zu lenken und damit die UCITS-Regelung sinnvoll zu ergänzen.

Wegen des langfristigen Charakters muss der ELTIF nur mindestens einmal pro Quartal den Nettoinventarwert (NAV) berechnen. UCITS vollziehen ihren Kassensturz dagegen börsentäglich. Der NAV eines ELTIF dient jedoch lediglich als Richtwert, um zu sehen, wie sich der Fonds im Laufe der Zeit entwickelt. Ein Verkauf zum NAV vor Ende der Laufzeit ist oft nicht möglich – und diese beträgt oft zehn Jahre oder mehr. Eine häufigere Anteilswertberechnung und eine regelmäßige Rückgabe von Anteilen an die Fondsgesellschaft kann im Rahmen der ELTIF-Verordnung vereinbart werden.

Der ELTIF verbindet zwei Welten: Als AIF (Alternative Investment Funds) kann er in illiquide Vermögenswerte investieren. Inspiriert von den Regeln der UCITS (Publikumsfonds) beinhaltet er umfassende Mechanismen zum Anlegerschutz, wird dadurch auch für Privatanleger erwerblich und trägt den EU-Passport, um in der gesamten Europäischen Union vermarktungsfähig zu sein.

Ein ELTIF kann bis zu 30% seines Portfolios in die für UCITS zulässigen Vermögenswerte investieren (außer Finanzderivate). Dabei dürfen maximal 5% des ELTIF-Kapitals in die Assets einer einzelnen Ausgabestelle fließen.

An wen richtet sich ein ELTIF? Zielgruppen

Ein ELTIF richtet sich an private und professionelle Investoren. Der langfristige Investmentfonds eröffnet erstmals auch Kleinanlegern,   in die Realwirtschaft in Form von Sachwerten und Infrastruktur zu investieren. Die synonymen Begriffe „Kleinanleger“ und „Privatanleger“ sind als Gegensatz zu professionellen Anlegern definiert – die Höhe des Vermögens ist damit nicht gemeint.

Anlegertypen

klimaVest: Mann und Frau sind professionelle Anleger und informieren sich über mögliche passende nachhaltige Anlageformen
Professionelle Kunden /Institutionelle Anleger

Professionelle Kunden / Institutionelle Anleger: Erfahrene Kunden wie Kreditinstitute, Versicherungen, Fonds, öffentliche Hand, Pensionskassen mit Wertpapiervermögen mind. 500.000 Euro

4 Geschäftsleute sitzen an einem Meetingtisch und diskutieren über nachhaltige Finanzprodukte
Semiprofessionelle Kunden

Semiprofessionelle Kunden: Investition von mind. 200.000 Euro oder Anstalt des öffentlichen Rechts oder Stiftung des öffentlichen Rechts oder Staats- Kommunalunternehmen

klimaVest: Mann und Frau informieren sich privat über mögliche nachhaltige Anlageformen
Privatkunden / Kleinanleger

Privatkunden / Kleinanleger: Investoren, die weder professionelle noch semiprofessionelle Kunden sind

Klare Regeln für Anleger

Vor der Einführung des ELTIF gab es Bedenken, dass komplexe Infrastrukturprojekte für Privatanleger zu riskant sein könnten. Durch die klare und starke Regulierung sind diese Risiken nun transparent und minimiert.

Die Zielgruppe von ELTIFs:

  • Privatanleger mit einem Vermögen ab 100.000€, max. 10% ihres Vermögens
  • Institutionelle Anleger (inklusive Pensionsfonds, Kommunen, Versicherungsgesellschaften sowie kleine und mittelständische Unternehmen, KMU)
  • Sie erhalten Zugang zu Assets, die wegen ihrer Illiquidität vorher großen institutionellen Anlegern vorbehalten waren
  • Sie profitieren von der Transparenz und streng Regulierung durch die ELTIF Verordnung

Damit geht der ELTIF den Weg eines Balanceakts: Die Gesetzgeber strebten einerseits an, den Stabilitätsbedarf für langfristige Finanzierungen von Sachwerten zu decken. Auf der anderen Seite soll der Liquiditätsbedarf von (Klein-)Anlegern berücksichtigt sein.

Wer als Privatanleger in einen ELTIF investieren möchte, durchläuft zu seinem Schutz zunächst eine gesetzlich vorgeschriebene Anlageberatung inklusive eines Tests, ob Anleger und ELTIF füreinander geeignet sind.

Beispielrechnung:

Eine Anlegerin besitzt 100.000 Euro. Damit liegt sie gerade an der Grenze des Mindestvermögens, um in einen ELTIF zu investieren. Sie darf maximal 10% ihres Gesamtvermögens in ELTIFs investieren. In diesem Fall also 10.000 Euro. Diese 10%-Regel gilt bis zu einem Vermögen von mindestens 500.000 Euro.
 

Exkurs: ELTIF am Beispiel vom klimaVest Impact Fonds

Der klimaVest ist ein ELTIF, der sich durch ein großes Fondsvolumen und eine nachhaltige Ausrichtung auszeichnet. Der Impact Fonds aus dem Hause der Commerz Real1 wurde 2020 aufgelegt und strebt eine Investitionssumme von 10 Milliarden Euro in den nächsten 50 Jahren an. Er investiert in erneuerbare Energien und nachhaltige Infrastrukturprojekte wie den Ausbau eines grünen Stromnetzes und nachhaltige Mobilität.

Profil des ELTIF klimaVest

  • Sachwertanlagen mit angestrebten stabilen langfristigen Cash Flows und 3-4% Rendite2 p.a. 
  • Investition in erneuerbare Energien und nachhaltige Infrastruktur 
  • Zielt auf höchsten Nachhaltigkeitsstandard („Impact-Fonds“) 
  • Baustein zur Risikodiversifizierung aufgrund geringer Korrelation zu anderen Assetklassen
  • Möglichkeit für Privatanleger in die Realwirtschaft durch langfristige Vermögensanlagen zu investieren

Anlagestrategie

Der klimaVest ist als ELTIF (European Long Term Investment Fund) in Luxemburg aufgesetzt. Die geplante Laufzeit beträgt 50 Jahre (2020-2070), zuzüglich 2x5 Jahre optionale Laufzeitverlängerung. Daher sollte der Fonds nur für die langfristige Vermögensanlage eingesetzt werden. 

Der Fonds strebt die hohen Nachhaltigkeitsstandards der EU-Taxonomie an. Diese Verordnung enthält Kriterien zur Bestimmung, ob eine Wirtschaftstätigkeit als ökologisch nachhaltig einzustufen ist. Der klimaVest investiert vorrangig in Vermögenswerte, deren wirtschaftliche Aktivitäten einen positiven und messbaren Beitrag zur Erreichung ökologisch nachhaltiger Ziele leisten – insbesondere für eine CO2-arme, nachhaltige Wirtschaft. Der Fokus dieser Wirkung (Impact) liegt auf der Abschwächung des Klimawandels („climate change mitigation“) und der Anpassung an den Klimawandel („climate change adaption“).

Warum ist die Anlage in erneuerbare Energien für den klimaVest wirtschaftlich sinnvoll, Herr Seider?

Investitionen in erneuerbare Energien sind gekennzeichnet durch Langfristigkeit und stabile Cashflows. Auch sind Investitionen in diesem Bereich weniger anfällig für wirtschaftliche Zyklen als beispielsweise Immobilien. Für den klimaVest rechnen wir mit einer jährlichen Zielrendite von 3,0 – 4,0 %2. Für den Anleger resultiert hieraus ein attraktives Chance/Risiko-Profil.

Axel Seider
Produktentwickler des ELTIF klimaVest bei der Commerz Real 

Anlageuniversum und regionale Aufstellung

Die Gelder sollen in ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten investiert werden. Konkret investiert der Fonds zum Beispiel in Anlagen zur Windkrafterzeugung (sowohl on- als auch offshore), Photovoltaikanlagen, Bioenergie, Wasserkraft und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Jedes dieser Investments trägt zur Dekarbonisierung der Energieversorgung bei. Dekarbonisierung bezeichnet die Umstellung der Wirtschaftstätigkeit, speziell der Energiewirtschaft, in Richtung eines niedrigen Umsatzes von Kohlenstoff. Darüber hinaus investiert der Fonds auch in Nachhaltige Infrastruktur, Mobilität und Agrikultur. 

Durch Investments in diese Sektoren greift der Fonds weitere Bausteine der EU-Vision zur Klimaneutralität auf. Dies gilt insbesondere einer Umstellung auf eine saubere, sichere und vernetzte Mobilität und den Ausbau von intelligenten Strom- und Energienetzen, um sauberen Strom zu speichern und an Endverbraucher zu bringen. Ausgeschlossen sind Investitionen in fossile Brennstoffe und Nuklearenergie. 

Der Investitionsfokus liegt schwerpunktmäßig in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und in den Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Investitionen in weitere Länder können bis zu einer Höhe von 30% des Nettoinventarwerts vorgenommen werden.

Investmentprozess des ELTIF klimaVest

Für Investmententscheidungen gilt beim klimaVest folgender Prozess3:

  1. Anlageprüfung: Ausschlaggebende Prüfungskriterien sind die wesentlichen objektspezifischen Chance- und Risikotreiber, die prognostizierte Rendite sowie die Bewertung der Investitionsopportunität in das Bestandsportfolio des Fonds
  2. Abstimmung mit Risikomanagement: Das Risikomanagement bewertet die Investmentopportunität im Wesentlichen anhand unterschiedlicher Stressszenarien und der Ausfallwahrscheinlichkeiten der involvierten Partner
  3. Abstimmung mit Investment Komitee: Vom Portfoliomanagement unter Einbindung des Risikomanagements geprüfte Investmentopportunitäten werden in das Investment Komitee eingebracht, dort abwägend diskutiert und bewertet
  4. Investitionsentscheidung durch Rat der Geschäftsführung: Entscheidungen über An- und Verkäufe des Fonds werden aufgrund der Investmentopportunität im Rahmen einer Ankaufsvorlage, der Empfehlung des Investment Komitees, Bewertung des Bewertungsauschusses und Votum des Risikomanagements getroffen

Generierung von Mehrwert in der Realwirtschaft

Als ELTIF kann der klimaVest in langfristige Projekte wie Windkraftanlagen investieren und verbindet auf diese Weise Vermögensanlage mit einer messbaren CO₂-Einsparung. Die Commerz Real1 als Emittentin arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich mit Projektentwicklern zusammen, die Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien bauen (beispielsweise Windparks). Diese Anlagen erwirbt klimaVest, unter anderem mit dem Kapital der Anleger. Der durch die Anlagen erzeugte Strom wird dann verkauft. Dieser Schritt erfolgt entweder über ein staatlich reguliertes Vergütungssystem oder über sogenannte Power Purchase Agreements an bonitätsstarke Firmen. Hierbei erzielt die Commerz Real oft lang laufende   Abnahmeverträge, was zu planbaren Cashflows führt. Alternativ kann der Strom auch über den klassischen Strommarkt verkauft werden. „Dadurch stellen wir sicher, dass emissionsfreie Energie ins Energienetz eingespeist wird, was wiederum zu einem CO2-neutralen Stromverbrauch führt“, sagt Fondsmanager Timo Werner. klimaVest Investoren profitieren so nicht nur von einer Fondsrendite, sondern auch von einem CO2-Ausgleich.

Durch die Konstruktion als ELTIF können im klimaVest endlich auch Privatanleger in vorrangig ökologisch nachhaltige Vermögenswerte im Infrastruktursektor investieren. Für zusätzliche Sicherheit strebt der Fonds außerdem eine breite Risikostreuung über unterschiedliche Länder, Standorte und Assetklassen (z.B. Energieerzeugung, Energieübertragung, Verkehr, Transport und Mobilität) sowie innerhalb der Assetklassen (z.B. On- und Offshore-Windkraft, Photovoltaik) an. 

Eine Besonderheit des klimaVest ist die grundsätzlich börsentägliche Ausgabe und Rücknahme der Anteile ohne Kündigungsfrist über die Fondsgesellschaft. Normalerweise ist dies bei ELTIFs selten oder erst zum Ende der Laufzeit möglich. Der klimaVest kann jedoch durch seine Strukturierung als offener Fonds diesen Nachteil der für ELTIFs typischen illiquiden Anlageklassen ausgleichen.

Investieren in ELTIFs: Was Sie als Privatanleger wissen sollten

Langfristige Beteiligungen erfordern besonderen Schutz für Privatanlager - was sie bei einem Investment wissen sollten.

Das Anlagevehikel ELTIF (European Long Term Investment Fund) bietet erstmalig einheitliche und europaweit gültige Rahmenbedingungen für Fonds mit dem Ziel, auch privaten und kleineren institutionellen Anlegern Zugang zu langfristigen Beteiligungen zu ermöglichen. Im Vordergrund der europäischen ELTIF-Regulierung steht der Schutz der Anleger durch Produkttransparenz und angemessene Anlageinformationen. ELTIFs unterliegen damit klaren rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen und sind depotverbucht.

Wo und wie Sie ELTIFs kaufen können

Wer in einen öffentlich zugänglichen ELTIF investieren möchte, sollte sich zunächst die Produktbeschreibung und -broschüre ansehen, die für jeden ELTIF verpflichtend zur Verfügung stehen. Ist der ELTIF als Wertpapierfonds strukturiert, hat er eine ISIN Nummer, die mit dem Länderkennzeichen des Staates beginnt, in dem der ELTIF seinen Sitz hat. Luxemburg, Frankreich, Spanien und Italien haben sich als Heimat der meisten ELTIFs etabliert und dafür beste Strukturen aufgebaut.

Banken sind Vertriebspartner für ELTIFs. Dort können sich Interessierte informieren, Anteile zeichnen und ein Depot anlegen oder den ELTIF in ihrem bestehenden Depot ergänzen. Die Fondsverwalter müssen autorisierte AIFM sein (Alternative Investment Funds Manager).  

Im Sinne des Anlegerschutzes lässt sich ein ELTIF nur im Rahmen einer Anlageberatung erwerben. Dabei wird darauf geachtet, dass ein Mindestvermögen von 100.000 Euro und eine Mindestanlagesumme von 10.000 Euro vorhanden sind. Zudem wird über Kenntnisse und Erfahrungen gesprochen, vor allem mit der Fristigkeit sowie Art und Weise des Investments und der zugrundeliegenden Assetklasse.

Renditechancen von ELTIFs

Zwar gibt es bisher noch keine große Auswahl an ELTIFs, doch die Entwicklung nimmt jetzt Fahrt auf. Im Oktober 2020 gab es europaweit erst 28 zugelassene ELTIFs. Das lag vor allem daran, dass sich Fondsaufleger zunächst intensiv mit dem neuen Investmentvehikel beschäftigen mussten. Nun wächst das Fondsvolumen, denn das Marktpotenzial ist groß: Infrastrukturprojekte werden auch in den nächsten Jahren viele Milliarden Euro benötigen. Als die EU 2015 die langfristigen Investmentfonds auflegte, ging sie davon aus, dass allein die Finanzierung von Infrastrukturprojekten in Europa bis 2020 fast zwei Billionen Euro benötigen werde (2.000 Mrd. Euro).
Da der ELTIF ein Vehikel ist, das sich vielfältig ausgestalten lässt, ist eine Investition nicht mit einer allgemeinen bestimmten Rendite-Erwartung verbunden. Weil die Fonds-Art noch jung ist, gibt es kaum Erfahrungswerte. Doch grundsätzlich lässt sich sagen: Die Höhe der Rendite hängt vom Fonds, seiner Strategie, der Struktur, der Wertentwicklung und den Laufzeiten ab. „Besonders die Assetklasse, in die der Fonds investiert, sowie die Anlagebedingungen und die Leverage-Quote – also der Fremdkapitalanteil – spielen eine Rolle“, sagt Axel Seider, Produktentwickler des klimaVest bei Commerz Real. 

Eine langfristige Investition bedeutet in der Regel weniger Risiko, aber auch weniger Rendite als eine kurzfristige Anlage. Weil der ELTIF langfristig investiert, ist der Ertrag dem Risikoprofil entsprechend eher niedriger als z.B. bei spekulativen Investitionen. Die Rendite „verteilt“ sich stärker auf den Anlagezeitraum, was am Beispiel einer Erneuerbaren Energien Anlage deutlich wird: Die riskante Entwicklungszeit bei einem Windpark beträgt nur etwa 1,5 Jahre – danach wird das Asset mit wenig Risiko 10-15 Jahre gehalten und stetig Wind „geerntet“. Langfristige Investments machen sich unabhängiger von Zyklen, sind dadurch weniger riskant, aber eben auch renditestark. Wer kurzfristig investiert, ist dagegen viel anfälliger für Zyklen und externe Schocks.

ELTIFs ermöglichen damit stabile Erträge und können langfristig attraktive Renditen erzielen. Das liegt vor allem an der Nachfrage nach Finanzierung und der Langfristigkeit von Vermögensanlagen wie Infrastrukturprojekten. 
Beim klimaVest wird eine risikoadjustierte Rendite von 3-4%angenommen. Voraussetzung: Der Anleger hält seine Anteile mindestens fünf Jahre.

Das Risikoverhältnis: So sicher sind ELTIFs

Das Risiko von ELTIFs liegt vor allem in der Langfristigkeit. Für Anleger, die ihr Geld nicht langfristig in illiquiden Werten lassen können, ist dieses Fondsvehikel daher nicht geeignet.

Welchen Risikoindikator ein Fonds hat, hängt von seiner Strategie und Struktur ab. In der Produktbeschreibung wird der Wert auf einer Skala zwischen 1 (niedriges Risiko) bis 7 (höheres Risiko) angegeben. Er gibt an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, Geld zu verlieren, weil sich der Markt anders als erwartet entwickelt oder der Fondsverwalter nicht in der Lage ist, den Anleger auszahlen. Die Einstufung erfolgt durch die Fondsanbieter selbst. Es empfiehlt sich daher, sich nicht allein auf eine Risikoeinstufung zu verlassen. Zu betrachten sind bei ELTIFs vor allem die Assets, in die investiert wird, sowie Produktmerkmale, Marktverhältnisse und ggf. weitere Risikofaktoren.

ELTIFs investieren in Infrastruktur-Assets. Diese sind weniger zyklisch und damit weniger riskant als Anlagen, die dem Wirtschaftszyklus folgen. Zudem sind sie langfristiger angelegt als die meisten anderen Angebote. Ihre Aufnahme von Fremdkapital ist stark begrenzt, was das Leverage-Risiko schmälert. Durch den europäischen Fokus besteht in der Regel auch weniger Länderrisiko.

Der ELTIF klimaVest hat beispielsweise ein mittleres Risikoprofil, weil er in Assetklassen investiert, die in der Regel stabil laufen (v.a. Erneuerbare Energien), langfristig angelegt ist, die Fremdkapitalquote stark begrenzt und als offener Fonds gestaltet ist5.

Wie für Fonds üblich, birgt auch ein ELTIF das Risiko eines Teil- oder Totalverlusts des eingesetzten Kapitals. Das ist unwahrscheinlich, wenn auch möglich: Etwa, wenn alle Assets, die der Fonds hält, sich schlecht entwickeln, weil zum Beispiel die Weltwirtschaft einbricht oder völlig unvorhergesehene Gesetze verabschiedet werden. Trotz weitgehender Währungssicherung verbleibt zudem ein Restwährungsrisiko.

Die ELTIF Verordnung mit ihren Regelungen (s. oben) sorgt dafür, dass Anleger möglichst umfassend geschützt werden. Beispielsweise legt die Risikomischung fest, dass mindestens 70% des Portfolios in bestimmte zulässige Vermögenswerte investiert sein müssen. Ein ELTIF darf zudem maximal 30 Prozent seines Kapitals als Kredit aufnehmen.

Worauf Sie achten können:

  • Wie diversifiziert ist der Fonds? Grundsätzlich gilt: Je größer der Fonds, desto diversifizierter die Anlagen. 
  • In welche Art von Anlagen (Assets) investiert der Fonds vornehmlich und als wie risikoreich sind diese einzuschätzen? Z.B. gelten Investitionen in Kraftwerke mit fossilen Energien wie Erdöl oder Kohle heute nicht mehr als Zukunftstechnologien. Mobile Assets wie Flugzeuge und Schiffe sind zyklisch und damit riskanter, wohingegen immobile Assets wie Stromnetze oder Solarparks unabhängig von Zyklen sind
  • Wie sicher erscheinen die Einkünfte aus dem Geschäftsbetrieb bzw. das Geschäftsmodell der Assets?
  • Wie erfahren ist der Fondsverwalter im Management der Assets im Portfolio?

Vermeiden Sie den typischen Kleinanleger-Fehler, bei offensichtlichen Problemen investiert zu bleiben in der Hoffnung, die Entwicklung geht wieder hoch. Erfolgsversprechender ist: Wenn etwas schiefläuft, schnell rausgehen und an besserer Stelle investieren.

Kosten und Laufzeiten von ELTIFs

Kosten

Bei ELTIFs anfallende Kosten ähneln denen von Publikumsfonds. Die Gesamtkosten setzen sich zusammen aus Gebühren für den Kauf und laufenden Fondskosten.

Kaufgebühren

  • Ausgabeaufschlag (Ertragsanteil)
  • Ggf. Transaktionskosten

Laufende Kosten

  • Performanceabhängige Vergütung
  • Pauschalvergütung
  • Portfoliotranaktionskosten
  • ggf. Depotführungskosten

Beispiel: Kostenstruktur am Beispiel von klimaVest5:

Kaufgebühren

Ausgabeaufschlag (Ertragsanteil)

bis zu 5 % 

Auswirkung der Kosten, die Sie zahlen müssen, wenn Sie Ihre Anlage tätigen. Angegeben sind die Höchstkosten; eventuell zahlen Sie weniger. Die Kosten für den Vertrieb ihres Produkts sind darin inbegriffen.

Ggf. Transaktionskosten

Keine

Auswirkung der Kosten, die anfallen, wenn Sie bei Fälligkeit aus Ihrer Anlage aussteigen.

Laufende Kosten

Performanceabhängige Vergütung

Keine

Pauschalvergütung

1,92 %

Auswirkung der Kosten, die wir Ihnen jährlich für die Anlageverwaltung abziehen.

Portfoliotranaktionskosten

0,5 %

Auswirkung der Kosten, die dafür anfallen, dass wir für das Produkt zugrunde liegende Anlagen kaufen und verkaufen.

ggf. Depotführungskosten abhängig vom Depotführenden Institut

Im Vergleich zu Dachfonds sind ELTIFs deutlich kostentransparenter. Sie führen keine zusätzlichen Gebühren an die Zielfonds ab, beinhalten also keine doppelten Gebühren-Konstrukte. 

Steuerlich sind ELTIFs im Vergleich zu Private-Equity-Produkten im Vorteil. Ein ELTIF wird steuerlich nicht als Beteiligung, sondern als Fonds behandelt, so dass dafür die Abgeltungssteuer fällig wird.

Laufzeiten

Jeder ELTIF endet nach einer vom Fondsverwalter am Anfang festgelegten Laufzeit. Für deren Länge hat der Gesetzgeber keine Vorgaben gemacht. In der Regel können Investor*innen ihr Kapital vor Ende der Laufzeit nicht aus dem Fonds abziehen. Die Laufzeit kann von den Fondsmanagern noch zweimal verlängert werden.

Der ELTIF klimaVest ist dabei ein Sonderfall: Er läuft zwar ab 2020 über 50 Jahre, bietet dafür aber – unter normalen Umständen – börsentäglich die Möglichkeit zum Kauf oder zur Rücknahme.

Der ELTIF im magischen Viereck

klimaVest: Die Grafik zeigt das magische Viereck der Vermögensanlage für die Anlageform ELTIF am Beispiel klimaVest

Das Potenzial von ELTIFs im magischen Viereck der Vermögensanlage liegt besonders in den Ertragschancen und der Möglichkeit für einen nachhaltigen Beitrag in die Realwirtschaft: die fehlende Liquidität der langfristigen Investments wird durch attraktive Renditen ausgeglichen.

Fazit

Mit Europäischen Langfristigen Investmentfonds (ELTIFs) hat die Politik eine wichtige und große Tür geöffnet, mit der Privatanleger Zugang zu Märkten erhalten, der bisher großen institutionellen Investoren vorbehalten war. Bisher ist die ELTIF-Verordnung aber noch so angelegt, dass nur vermögende Privatinvestoren, die über mehr als 100.000 Euro Anlagevermögen verfügen, investieren können. Hier muss die Politik noch mehr tun, um auch kleineren Privatanlegern den Zugang zu solchen Fonds zu ermöglichen. 

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1 Verwaltungsgesellschaft des klimaVest ist die Commerz Real Fund Management S.à r.l.
2 Berechnet nach BVI-Methode (ohne Ausgabeaufschlag, Ausschüttung sofort wieder angelegt.). Die Berechnung der Performance-Szenarien finden Sie hier. Aussagen zur Zielrendite und zur geplanten Gewinnausschüttung sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
3 Voraussetzung für die Einstufung als kooperatives Drittland: 
-  Gesetzgebung erlaubt keine Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (gemäß FATF = Financial Action Task Force
-  hat Artikel 26 des OECD Mustersteuerabkommens unterzeichnet mit dem Land, wo der ELTIF seinen Sitz hat und mit den Ländern, wo er vermarktet werden soll
4 www.commerzbank.de/wertpapier/de/research/fonds/fondsportraet/KLV100.html
5 www.klimavest.de/fileadmin/user_upload/klimavest/Downloads/LU2183939003.pdf