3 Fragen an… Timo Werner, Fondsmanager

Portraitfoto von dem klimaVest Fondsmanager, Timo Werner

Timo, rund zwei Jahre sind von der Produktidee bis zum Launch unseres klimaVest vergangen. Was ist Dir persönlich aus dieser Zeit am eindrücklichsten im Gedächtnis geblieben?

Die letzten Monate waren unglaublich spannend. Dies lag insbesondere daran, dass wir uns als Commerz Real mit dem klimaVest in vielerlei Hinsicht auf komplett neues Terrain begeben haben. So mussten wir zunächst ein Verständnis über die komplexe ELTIF-Verordnung gewinnen um den Fonds als offenen Publikumsfonds auflegen zu können. Zudem wollten wir den klimaVest als Impact-Fonds klassifizieren und mussten uns daher in die noch junge EU Taxonomy einarbeiten. Nachdem wir in einer kleinen Task-Force das Grundkonzept herausgearbeitet und anschließend im größeren Kreise vorgestellt hatten, sind mir persönlich das positive Feedback der Kollegen zur Fondsidee aber auch der Teamspirit bei der Fondsauflage besonders im Gedächtnis geblieben. Gemeinsames Ziel war es, den Fonds noch in 2020 an den Start zu bringen. Um dies zu realisieren mussten viele einzelne Puzzleteile perfekt ineinandergreifen, beispielsweise die Anbindung einer Verwahrstelle, die Vorstellung des Produktes im Vertrieb sowie die Konzeption einer eigenen Marke, eines CO2-Rechners und einer neuen Homepage. Das Ganze endete in einer wahnsinnig aufregenden Schlussphase kurz vor dem Launch: In einer Woche haben wir sieben Transaktionen umgesetzt, um den Anlegern direkt zum Vertriebsstart ein breit diversifiziertes Portfolio anbieten zu können  – diese Teamleistung ist enorm und  begeistert mich immer noch!

Du bist Fondsmanager des Impact-Fonds. Wie genau sieht denn die Anlagestrategie von klimaVest aus?

Mit klimaVest haben wir etwas geschafft, das es so noch nicht am Markt gibt – und das liegt an seiner Konzeption als ELTIF: Ein European Long Term Investment Fund ermöglicht Privatanlegern den Zugang zu langfristigen Beteiligungen und Sachwertinvestitionen, die bislang institutionellen Großinvestoren vorbehalten waren. Damit verbindet klimaVest Vermögensanlage mit einer messbaren CO₂-Einsparung. Das funktioniert in etwa so: Seit Jahren kennen und arbeiten wir bereits mit Projektentwicklern zusammen, die Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien bauen (beispielsweise Windparks). Diese Anlagen erwirbt klimaVest, unter anderem mit dem Kapital der Anleger. Der durch die Anlagen erzeugte Strom wird dann verkauft. Dieser Schritt erfolgt entweder über ein staatlich reguliertes Vergütungssystem oder über sogenannte Power Purchase Agreements an bonitätsstarke Firmen. Hier erzielen wir oft lange Abnahmeverträge, was zu planbaren Cashflows führt. Alternativ kann der Strom auch über den klassischen Strommarkt verkauft werden. Dadurch stellen wir sicher, dass emissionsfreie Energie ins Energienetz eingespeist wird, was wiederum zu einem CO2-neutralen Stromverbrauch führt. klimaVest Investoren profitieren so nicht nur von einer Fondsrendite, sondern auch von einem CO2-Ausgleich.

Welche Chancen und Risiken bietet klimaVest?

Die größte Chance ist sicherlich, dass endlich auch Privatanleger bequem und einfach in vorrangig ökologisch nachhaltige Vermögenswerte im Infrastruktursektor investieren können. Für mehr Sicherheit streben wir zudem eine breite Risikostreuung über unterschiedliche Länder, Standorte, Assetklassen (z. B. Energieerzeugung, Energieübertragung, Verkehr, Transport und Mobilität) sowie innerhalb der Assetklassen (z. B. On- und Offshore-Windkraft, Photovoltaik) an. Wobei ein solcher Fonds ohnehin deutlich weniger volatil als beispielsweise der Aktienmarkt ist. Hinzu kommt: Wir bieten eine grundsätzlich börsentägliche Ausgabe und Rücknahme ohne Kündigungsfrist1 der Anteile über die Fondsgesellschaft.