3 Fragen an… Tobias Huzarski, Head of impact Investment

Portraitfoto von dem klimaVest Head of Impact Investment, Tobias Huzarski

Mit klimaVest hat die Commerz Real Gruppe den ersten Impact Fonds für Privatanleger auf den Markt gebracht – und bietet Anlegern damit die Möglichkeit, Impact Investment zu betreiben. Was genau bedeutet Impact Investment denn?

Impact Investment verbindet finanzielle Rendite mit ökologischer oder gesellschaftlicher Wirkung – sucht also den Brückenschlag zwischen gewinnorientiertem Wirtschaften und ganzheitlicher Nachhaltigkeit. Impact Investment adressiert somit eine Kernfrage unserer Zeit: Woran können sich Unternehmen orientieren, die Idee der Nachhaltigkeit in die Praxis umzusetzen? Die Antwort kommt aus der Mitte der Gesellschaft in Form des Wunsches nach Authentizität – also dem Wunsch nach „Echtheit“. Genau hier setzt Impact Investment, also sogenanntes „wirkungsorientiertes“ Investieren an. In Bezug auf Klimaschutz beispielsweise: Über 80 Prozent der Anleger geben an, noch nicht in ökologisch nachhaltige Geldanlagen zu investieren. Gleichzeitig geben zwei Drittel aller Anleger an, dass sie bei entsprechender Rendite in Geldanlage-Produkte investieren würden, die einen „aktiven und messbaren“ Beitrag zur Förderung des Klimaschutzes leisten. Über drei Viertel der Menschen kennen solche Produkte jedoch nicht – hier scheint es eine signifikante Lücke zu geben zwischen dem Wunsch von An-legern nach authentischer Nachhaltigkeit auf der einen Seite, und dem Mangel an Finanzlösungen mit aktivem und messbaren Klimaschutzbeitrag auf der anderen Seite. Diese Lücke adressiert Impact Investment. Dabei gelten für Impact Fonds drei Kernaspekte: Erstens, konkrete und positive öko-logische oder gesellschaftliche Ziele, beispielsweise konkrete CO2-Ersparnis oder Menge an produziertem Ökostrom. Zweitens, der Bezug zur Realwirtschaft in Form von konkreten Projekten wie beispielsweise Wind- oder Solarprojekte, die einen direkt Bezug zum Klimaschutz haben. Drittens, die Berücksichtigung anderer Nachhaltigkeitsaspekte und  Minimumstandards beispielsweise hinsichtlich Biodiversität oder Governance-Standards. So ergibt sich ein Bild des Investierens, bei dem Kapital sowohl gewinnorientiert als auch nachhaltig eingesetzt wird – mit langfristiger gesellschaftlicher oder ökologischer Wirkung, die für Anlegern transparent und nachvollziehbar ist. 

In welche Assets investiert der Anleger?

Bei klimaVest fließt das Kapital vor allem in reale Infrastruktur-Assets. Dazu gehören Windparks auf See und an Land, Photovoltaik-Großanlagen oder Netze für Strom aus erneuerbaren Energien. Die Projekte werden weltweit in den stärksten Wirtschaftsregionen ausgewählt und laufend auf ihre Nachhaltigkeit überprüft. Eine breite Streuung sowie langfristig angelegte Abnahmeverträge für den Ökostrom bieten Diversifizierung und die Chance auf stabile Erträge, bei gleichzeitiger Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und Berichterstattung hinsichtlich produziertem Ökostrom.

Was macht klimaVest für Sie persönlich so besonders?

Mein Herz schlägt für Impact Investment – also die Verbindung von ökologischer Wirkung und finanzieller Rendite – und für die Vision, Impact Investment für Privatanleger zugänglich zu machen. Ich bin überzeugt, dass wir mit wirkungsorientiertem Kapital gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Klimawandel lösungsorientiert begegnen können. klimaVest ist ein Meilenstein auf dem Weg, Ökologie und Wirtschaftlichkeit für Privatanleger enger zu verzahnen.