Fonds erneuerbare Energien: Die nachhaltige Geldanlage im Porträt

Lesen Sie hier, welche Arten von Fonds für erneuerbare Energien es gibt, wie sie funktionieren und worauf Sie bei der Auswahl Ihrer nachhaltigen Anlage achten sollten.

klimaVest: Drohnenaufnahme des klimaVest Solarparks Tordesillas in Spanien

Dass nachhaltiges Investieren mittlerweile auch am Finanzmarkt wegweisend ist, kann man an der stetig steigenden Zahl nachhaltiger Finanzprodukte und -lösungen ablesen. Was als Nischentrend gestartet ist, transformiert so manche Branche wie beispielsweise die Automobilindustrie. Anleger*innen stehen mittlerweile schier unbegrenzte Möglichkeiten zur Verfügung, um ihr Geld nachhaltig und trotzdem rentabel zu investieren. Eine davon: Fonds für erneuerbare Energien. Bislang waren Direktbeteiligungen an Projekten zur Erzeugung erneuerbarer Energie meist einer exklusiven Klientel mit hohen Einstiegssummen vorbehalten. Erneuerbare-Energien-Fonds hingegen machen die Beteiligung an nachhaltigen Projekten zum Klimaschutz schon mit vergleichsweise geringen Summen für Privatanleger*innen zugänglich. 

Doch so schön das auch klingt – Anleger*innen haben bei der Auswahl ihrer nachhaltigen Geldanlage trotzdem einiges zu beachten, um sich und ihr Geld vor Greenwashing zu schützen und die nachhaltige Nutzung des Kapitals sicherzustellen. Denn nicht selten wird das Vermögen vermeintlich nachhaltiger Fonds plötzlich doch zu manchen Teilen in konventionelle Öl- oder Kohlekonzerne gesteckt. Um Sie also bei Ihrer nächsten nachhaltigen Investition zu unterstützen, erklären wir Ihnen in diesem Artikel, worauf Sie bei einer Anlage in Erneuerbare-Energien-Fonds achten sollten. 

Welche erneuerbaren Energien gibt es?

Erneuerbare Energien haben einige Vorteile: Sie sind sauber, nahezu unbegrenzt verfügbar und frei von Schadstoffen und Treibhauseffekten. Doch was genau fällt alles in die Kategorie Erneuerbare Energien? Hier finden Sie eine Übersicht über die verschiedenen Arten nachhaltiger Energieträger.

Wind: Energieerzeugung durch Windkraft

Windmühlen haben ihre Funktion als Säge- oder Ölmühlen mittlerweile hinter sich gelassen und kommen heutzutage vor allem in der Stromerzeugung zum Einsatz: Windparkanlagen leisten aktuell den größten Beitrag in der Produktion von erneuerbarem Strom. Dabei nutzen diese Anlagen den Auftrieb von Wind, der die Rotorblätter antreibt und so grünen Strom herstellt. Windkraftanlagen werden nach On- und Offshore-Anlagen unterschieden: Onshore-Anlagen sind auf dem Festland platziert, während Offshore-Anlagen auf dem Meer installiert werden und aufgrund von deutlich stärkeren Windströmen effizienter Strom generieren können.

Alternative: Dabei nutzen diese Anlagen Windkraft, um die Rotorblätter der Anlagen in Bewegung zu setzen und durch den entstehenden Auftrieb grünen Strom herzustellen.

Energieerzeugung durch Windkraft: Am Beispiel des klimaVest Onshore Windparks Freckenfeld

45 GWh generierter Ökostrom pro Jahr. Das entspricht...

klimaVest: Icon einer Wolke mit hellgrünen Umrandung und dem Text CO<sub>2</sub>, die für CO<sub>2</sub>-Vermeidung steht
12.401 t CO2
Vermeidung pro Jahr
klimaVest Icon: Das Icon zeigt ein Blatt, dass umkreist ist von einem Stromkabel und steht für grünen Strom
14.456 Haushalte
mit Grünstrom versorgt pro Jahr
klimaVest Icon: Das Icon zeigt ein Fußballfeld von oben
3.307 Fußballfelder
entspricht der CO2-Bindungsleistung einer entsprechend großen Fläche

Solar: Die Sonne als Stromerzeuger

Energie durch Sonnenschein ist umweltfreundlich, kostenlos und quasi unerschöpflich. Zwei Arten von Energie lassen sich mit Sonnenlicht gewinnen: Strom und Wärme. 

In der Theorie reicht die Energie der Sonneneinstrahlung, die innerhalb von 90 Minuten die Erde erreicht, sogar aus, um rein rechnerisch den gesamten Weltenergiebedarf eines ganzen Jahres zu decken. Allerdings können modernste Technologien nur einen Bruchteil dieser Energie als Strom und Wärme bereitstellen. Das tut dem Potential von Solarenergie jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil: Vor allem bei deutschen Haushalten, die Energie über Solaranlagen beziehen, ist ein stetiger Anstieg zu verzeichnen.

Biomasse: Vom Kompost zum Energielieferanten

Unter Biomasse fallen Pflanzen, Holz, Stroh, Biomüll oder auch Gülle. Was sie verbindet? Sie alle speichern Energie, die durch Verbrennung oder Vergärung (zu Biogas) freigesetzt werden kann. Damit ist Biomasse rund um die Uhr verfügbar – im Vergleich zu beispielsweise Wind- oder Solarenergie, die auf Sonnenschein und genügend Windbewegung angewiesen sind, um Energie produzieren zu können. Daher ist Biomasse besonders flexibel einsetzbar und kann außerdem Energiekosten senken: Denn für die Herstellung von Bioenergie können Reststoffe anderer Industrien, wie beispielsweise der Futter- und Nahrungsmittelproduktion, genutzt werden.

Wasser: Energiequelle Wasserkraft

Auch Wasser kommt schon seit über einem Jahrtausend eine wichtige Bedeutung in der Energieerzeugung zu: Schon im römischen Reich sowie im alten Ägypten wurde die Kraft fließenden Wassers eingesetzt, um zum Beispiel Getreidemühlen anzutreiben. Bis zum Jahr 2004 galt Wasserkraft noch als bedeutendste Quelle für erneuerbare Energie, wurde aber schließlich von Windkraft abgelöst. Trotzdem hat sie an Aktualität nicht verloren und gilt nach wie vor als wichtige Ressource erneuerbarer Energie: Wasserkraft stellt weltweit knapp die Hälfte der Kapazitäten für erneuerbare Stromerzeugung.1

Die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen in Deutschland

Bis zur letzten Jahrtausendwende galt die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien als Nische. Nur Wasserkraft wies einen stetigen Wert auf, andere Stromerzeugungsverfahren hatten sich noch nicht durchgesetzt. Kurz darauf begann ein fast exponentieller Anstieg in der Entwicklung von Technologien zur nachhaltigen Energiegewinnung: Allein zwischen 2015 und 2020 erhöhte sich der Anteil erneuerbarer Energien im deutschen Strommix von 29 % auf 45 %. Insbesondere Onshore-Windparks konnten mit 41 % der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien einen immensen Zuwachs verzeichnen.

Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Deutschland 1990-2020

2020 wurden in Deutschland rund 251 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugt. Das entspricht einem Anteil von 45,4 % gesamten Stromverbrauch.

Quelle Grafik: https://www.unendlich-viel-energie.de/mediathek/grafiken/entwicklung-der-stromerzeugung-aus-erneuerbaren-energien

Der Strommix in Deutschland 2015 vs. 2020

Mit rund 187 Milliarden Kilowattstunden lieferten Erneuerbare Energien  2015 29 % der deutschen Bruttostromerzeugung und sind damit der wichtigste Energieträger zur Stromproduktion. Ihr Anteil am Stromverbrauch lag bei 31,6 %. Mit 251 Milliarden Kilowattstunden lieferten Erneuerbare Energien 2020 44 % der deutschen Bruttostromerzeugung. Ihr Anteil am Bruttostromverbrauch betrug 45 %.

Quelle der Grafik: https://www.unendlich-viel-energie.de/mediathek/grafiken/grafik-dossier-strommix-2015-2020

Erneuerbare Energien: Nachhaltiges Investment oder doch nur Hype?

Die aktuellen Entwicklungen in der modernen Energieerzeugung beweisen: Investitionen in erneuerbare Energien sind schon lange kein kurzweiliger Trend mehr. Denn erneuerbare Energien werden nicht mehr nur von Kleinunternehmen genutzt, sondern sind im Mainstream und damit auch auf dem Radar großer Konzerne angekommen. Unterstützt und getragen werden solche Entwicklungen von politischen Beschlüssen wie dem Pariser Abkommen 2015 oder der Aktualität des Klimawandels und sauberer Energie in den aktuellen Bundestagswahlkämpfen. 

Klar wird: Kollektive Tatkraft leistet hier einiges an Einfluss – genau wie die 360 Milliarden Euro, die deutsche Anleger*innen bislang in nachhaltige Investmentfonds investiert und die somit den Finanzmarkt langfristig verändert haben.

Fonds Erneuerbarer Energien: Welche Arten gibt es?

Erneuerbare-Energien-Fonds zählen zu der Kategorie der nachhaltigen Themenfonds. Wenn Sie hier Geld investieren, unterstützen Sie damit Projekte innerhalb konkreter Themenbereiche, zum Beispiel zur Reinigung der Meere oder zur Wiederaufforstung von Wäldern – oder eben zur Nutzung erneuerbarer Energien.  

Grundsätzlich können Fonds für erneuerbare Energien nach Offenen und Geschlossenen Fonds unterschieden werden:

Geschlossene Fonds Erneuerbare Energien

Ein Geschlossener Fonds verkauft innerhalb eines festgelegten Zeitraums eine gedeckelte Anzahl an Anteilen an einen kleinen Kreis von Anleger*innen, bevor er für weitere Investitionen geschlossen wird. Diese Fonds finanzieren meist ein oder wenige Projekte. Geht es beispielsweise um einen Geschlossenen Solarfonds, fließt das Fondsvermögen der Anleger*innen in einen bestimmten Solarpark. Solche Investments sind zwar mit hohen Renditechancen, aber gleichzeitig auch mit hohen Risiken verbunden: Da nachhaltige Energiegewinnungsprojekte auf konkrete Umweltfaktoren wie ausreichend Sonneneinfall oder Wind angewiesen sind, können Naturkatastrophen oder standortbedingte Fehlkalkulationen Verluste verursachen. Auch wird das Kapital in Geschlossenen Fonds meist länger gebunden, sodass Anleger*innen mit langen Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren rechnen können. Da die Anzahl der Anleger*innen begrenzt ist, werden recht hohe Mindesteinlagen fällig, die von circa 5.000 Euro bis hin zu sechsstelligen Beträgen reichen. Fonds für erneuerbare Energien kommen meist in Form von geschlossenen Investments vor. 

Offene Fonds Erneuerbare Energien

Im Gegensatz zu Geschlossenen Fonds werden Anteile Offener Erneuerbare-Energien-Fonds über die dafür zuständige Fondsgesellschaft ausgegeben. Diese Anteile können jederzeit und unbegrenzt erworben werden. Im Falle eines Verkaufs nehmen diese Gesellschaften die Anteile zum Rücknahmepreis wieder zurück. Darüber hinaus werden Offene Fonds häufig an der Börse gehandelt, sodass Anleger*innen zusätzlich die Möglichkeit haben, sich über Börsenanteile am Fonds zu beteiligen. Der Kauf und Verkauf von Anteilen Offener Fonds gestaltet sich somit leichter und flexibler als bei Geschlossenen Fonds. 

Fonds für erneuerbare Energien investieren meist in eine Vielzahl von Projekten gleichzeitig, die sich über unterschiedliche Regionen und Energiegewinnungsmethoden erstrecken. Damit weisen solche Fonds einen höheren Grad an Diversifikation auf, der zur breiteren Risikostreuung beiträgt. Aktuell gibt es am Finanzmarkt nur wenige Offene Erneuerbare-Energien-Fonds; ein Offener Fonds ist der Impact Fonds klimaVest aus dem Hause Commerz Real. klimaVest investiert das Fondsvermögen in mehr als 25 Wind- und Solaranlagen, verteilt über drei Länder. Mit nur einem Investment können Anleger*innen also in eine Vielzahl von Assets gleichzeitig anlegen.

Die häufigsten Typen von Erneuerbare-Energien-Fonds

Mit den verschiedenen Arten und Erzeugungswegen von erneuerbaren Energien ergeben sich auch unterschiedliche Möglichkeiten, in erneuerbare Energien zu investieren. Welche Arten von Fonds für erneuerbare Energien es gibt und wie sie sich unterscheiden, erfahren Sie hier: 

Eine Besonderheit unter den Erneuerbare-Energien-Fonds sind die sogenannten Klimafonds. Dieser Begriff ist zwar nicht geschützt, doch üblicherweise fallen darunter Fonds, die ihr Portfolio aus einem Mix mehrerer Assets für erneuerbare Energien zusammensetzen. So investiert ein Klimafonds also zum Beispiel auf einen Schlag in verschiedene einzelne Solar-, Wind- und Bioenergieanlagen. 

Viele weitere Fonds für erneuerbare Energien spezialisieren sich auf eine konkrete Art der Energiegewinnung: Dabei handelt es sich zum Beispiel um Solarfonds, Wasserfonds, Bioenergiefonds oder um Fonds mit Investitionen in Windkraft. All diese Arten der Energieerzeugung funktionieren über Anlagen, die mit gesammelten Fondsvermögen erbaut, betrieben und instandgehalten werden können. Je nach Art des Fonds investieren Anleger*innen dabei in eine oder mehrere solcher Anlagen. Der dort erzeugte grüne Strom wird anschließend in das Stromnetz eingespeist und von verschiedenen Stromanbietern abgenommen. Aus dem daraus entstehenden Gewinn der Anlagen ergeben sich schließlich auch die Renditen, die an die Anleger*innen ausgezahlt werden.

Darüber hinaus gewinnt auch die Anlageform des Crowdinvesting immer weiter an Zuspruch. Hier finanziert ein Zusammenschluss mehrerer Anleger*innen – die “Crowd” – ein spezifisches Investitionsprojekt, zum Beispiel nachhaltige Startups, energieeffiziente Immobilien oder erneuerbare Energiegewinnung durch beispielsweise Solar- oder Windparks. Crowdinvesting-Projekte unterscheiden sich von herkömmlichen Geschlossenen Fonds vor allem dadurch, dass sie für eine breite Masse an Privatanleger*innen zugänglich gemacht werden. Mit vergleichsweise geringen Einstiegssummen ab 100€ oder 500€ können sich Investor*innen an diesen Projekten beteiligen. Trotzdem bergen auch Crowdinvesting-Projekte erhebliche Risiken, denn auch hier wird – anders als bei Offenen Erneuerbare-Energien-Fonds – meist nur in ein oder wenige Projekte investiert. Ähnlich wie bei Geschlossenen Fonds herrscht deshalb auch beim Crowdinvesting ein erhöhtes Risiko eines Totalausfalls der Anlagesumme.

Die hier gelisteten Fonds und Anlageprojekte leisten mit ihren Investitionen in nachhaltige Energiegewinnung wichtige Beiträge für den Umweltschutz, die für Anleger*innen aber nicht immer einsehbar oder nachvollziehbar sind. 

Hier setzen die sogenannten Impact Fonds einen neuen Standard: Diese Fonds zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich konkrete Nachhaltigkeitsziele setzen, die mit messbaren Einheiten transparent gemacht werden. So können Anleger*innen nachverfolgen, welchen konkreten Beitrag ihr Investment für den Klimaschutz leistet. Der Impact Fonds klimaVest beispielsweise hat es sich mit seinem aktuellen Portfolio zum Ziel gesetzt, über 250.000 Tonnen CO2 pro Jahr einzusparen sowie über 1.000 GWh grünen Strom zu erzeugen.

Weitere Typen von Fonds für erneuerbare Energien

Für eine Anlage in erneuerbare Energien kommen nicht nur Erneuerbare-Energie-Fonds per se in Betracht. Anleger*innen haben darüber hinaus auch die Möglichkeit, sich indirekt an nachhaltiger Energiegewinnung zu beteiligen: Sie können zum Beispiel in Aktienfonds investieren, deren Depot nachhaltige und auf erneuerbare Energien ausgelegte Unternehmen beinhaltet. Darüber hinaus gibt es auch Anleihen oder Erneuerbare-Energie-ETFs, die nachhaltige Energieerzeugung fördern. Bei ETFs genießen Anleger*innen den Vorteil, dass die Total Expense Ratio (TER), also die Gesamtkosten des Fonds, üblicherweise niedriger ausfallen, da sie nicht aktiv verwaltet werden. 

Bei solchen Fonds sollten Anleger*innen jedoch vorsichtig sein, denn tatsächliche Nachhaltigkeit wird bei diesen Anlagemöglichkeiten nicht garantiert: Vor allem bei breit gestreuten Fonds wie Aktienfonds oder ETFs landen immer wieder Unternehmen im Portfolio, die zum Beispiel per Best-in-Class-Ansatz als nachhaltige Geldanlage ausgewählt wurden. Doch damit ist wenig gesagt, denn dabei kann es sich beispielsweise um Unternehmen aus der Fossilbrennstoffindustrie handeln, die nur im Vergleich zu ihren Mitstreitern als nachhaltig gelten. Wer also besonderen Wert auf die Nachhaltigkeit der eigenen Geldanlagen legt, muss bei breiter gestreuten Produkten deutliche Abstriche machen. 

Und damit nähern wir uns der nächsten Frage zu Erneuerbare-Energie-Fonds:

Wie nachhaltig sind Fonds für erneuerbare Energien?

Nachhaltigkeit ist kein geschützter Begriff, sodass sich weder Anleger*innen noch Anbieter nach einer gemeinsamen Definition richten müssen. Für viele bedeutet Nachhaltigkeit das gleiche wie Klimaschutz, andere stellen schon weitaus höhere Ansprüche an das Konzept Nachhaltigkeit. Deshalb definierten die Vereinten Nationen im Brundtland-Bericht 1987 eine nachhaltige Entwicklung als solche, die die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt, ohne dadurch die Bedürfnisse künftiger Generationen zu gefährden. Neben dem reinen Klima- und Umweltschutz gehören dazu auch Menschenrechte, gute Arbeitsbedingungen und eine faire Unternehmensführung. 

Die ESG-Kriterien, die sich im Finanzbereich mittlerweile als Standard nachhaltigen Wirtschaftens herausgebildet haben, umfassen daher neben Umwelt (Environment) auch die Kriterien Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance). 

Sollen also Erneuerbare-Energien-Fonds auf ihre Nachhaltigkeit hin bewertet werden, liegt der Fokus dafür auf dem E in ESG, also der genaueren Betrachtung der Umweltfaktoren.

Für die Bewertung der Nachhaltigkeit eines Fonds für erneuerbare Energien kommt darüber hinaus die Messbarkeit und Zielsetzung infrage, denn Strom oder Wärme können in ihrer Erzeugung recht genau gemessen werden. Doch oft setzen sich Fondsanbieter keine konkreten Ziele, wie viel Strom erzeugt oder welche Schadstoffmenge eingespart werden soll. Damit fehlt auch die Kommunikation an die Anleger*innen, die so keinen genauen Überblick über die tatsächliche Wirkung ihrer Investition haben. Impact Fonds bieten daher eine gute Möglichkeit der nachhaltigen Geldanlage, da sie ihren Einfluss auf die Realwirtschaft messen, dokumentieren und kommunizieren.

Chancen und Risiken von Erneuerbare-Energien-Fonds: Gut für die Welt oder nur gut für Ihr Gewissen?

Mit nachhaltigen Geldanlagen tut man zwar etwas für das gute Gewissen, aber wie wirken sie sich auf den eigenen Geldbeutel und auf die Renditechancen aus? Hier finden Sie die wichtigsten Vor- und Nachteile von Fonds für erneuerbare Energien, die Ihnen bei Ihrer Anlageentscheidung helfen können.

Die Vorteile von Fonds für erneuerbare Energien

Möglicherweise einer der größten Vorteile von Erneuerbare-Energien-Fonds: Wer Kapital in Anlagen zur nachhaltigen Stromerzeugung investiert, unterstützt damit den Aufbau und den Betrieb grüner Sachwerte. Als Investor*in in einen Geschlossenen Fonds beteiligen Sie sich an einer Unternehmensgesellschaft und zählen deshalb zu den Besitzer*innen von zum Beispiel Solar- oder Windparks. Damit üben Sie einen direkten positiven Einfluss auf die Realwirtschaft aus. 

Vielversprechend für Erneuerbare-Energien-Fonds ist außerdem die steigende Nachfrage nach Strom: Denn mit dem beschlossenen Ausstieg aus Kohle- und Atomkraftenergie rücken erneuerbare Energien nach, die künftig für einen großen Teil der Stromerzeugung und –versorgung verantwortlich sein werden – dieser Anteil soll bis zum Jahr 2030 bei 65 % liegen. Gleichzeitig sorgt der Ausbau erneuerbarer Energien dafür, dass sich Länder und Staaten langfristig weniger von Ölimporten oder Brennstoffgeneratoren abhängig machen. 

Der Ausbau von Anlagen zur nachhaltigen Stromerzeugung wird darüber hinaus auch gesetzlich gefördert: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sorgt mit dem sogenannten “Einspeisungsvorrang” dafür, dass Strom aus erneuerbaren Energien bevorzugt ins Stromnetz eingespeist und verbraucht wird. Dafür werden Stromnetzbetreiber dazu verpflichtet, den Strom aus Anlagen für erneuerbare Energien vorrangig in ihr Netz einzuleiten. Je mehr regenerativer Strom also produziert wird, desto weniger Strom aus fossilen Brennstoffen fließt ins Stromnetz. Dadurch wird der Strompreis gesichert, CO2 eingespart und die nachhaltige Stromerzeugung gefördert. 

Darüber hinaus haben Sachwertefonds den entscheidenden Vorteil, dass sie im Vergleich zu konventionellen Wertpapieranlagen deutlich weniger unter Marktschwankungen, Inflation oder Wechselkursrisiken leiden. Sachwerteinvestitionen in Form von Offenen Fonds erweisen sich damit als stabiler und bieten grundsätzlich eine gute und solide Basis für ein diversifiziertes Portfolio. 

Erneuerbare-Energien-Fonds sind allerdings auch mit einigen Nachteilen verbunden, die potentiellen Anleger*innen bewusst sein sollten:

Die Nachteile von Fonds für erneuerbare Energien

Wie bereits erwähnt, sind Anlagen für nachhaltige Energiegewinnung besonderen Witterungsbedingungen und damit auch konkreten Risiken ausgesetzt: Denn sobald die Sonneinstrahlung niedriger ausfällt als kalkuliert oder Naturkatastrophen wie Überflutungen oder Stürme eintreten, drohen diesen Anlagen und ihren Anleger*innen besonders hohe Verluste. 

Zudem kommen auch hier die spezifischen Risiken Geschlossener Fonds zum Tragen. Denn Miteigentümer*innen solcher Anlagen beteiligen sich nicht nur an den Renditechancen, sondern auch an den Risiken des Investments, die bis hin zum Totalverlust des Anlagevermögens reichen. Beispielsweise können unvorhergesehene Reparaturen, Störungen der technischen Abläufe oder Lieferengpässe dafür sorgen, dass es in Energiegewinnungsanlagen zu Betriebs- oder Ertragsausfällen kommt. Damit wird auch das Kapital der Anleger*innen gefährdet. 

Auch die langen Kapitalbindungen Geschlossener Fonds bedeuten für viele Anleger*innen einen Nachteil. Zwar ist es möglich, die eigenen Anteile am Zweitmarkt an einen sogenannten Ersatzinvestor zu verkaufen, doch solche Transaktionen sind meist an hohe Verluste geknüpft.

Fonds für erneuerbare Energien: Ein nachhaltiges Investment mit wissenswerten Risiken

Fazit

Keine Frage: Die Zukunft und das Wohlergehen unseres Planeten ist auf die Nutzung erneuerbarer Energien angewiesen. Diese Tendenzen zeigen sich in Form eines stark wachsenden Sektors, der Anleger*innen gute Renditechancen bietet und gleichzeitig einen positiven Beitrag für die Umwelt und die Realwirtschaft leistet. Doch vor allem im Bereich der Geschlossenen Erneuerbare-Energien-Fonds stoßen Anleger*innen auf Risiken, die nicht unterschätzt werden sollten. Deshalb ist es wichtig, die eigene Risikobereitschaft zu reflektieren, bevor eine Anlageentscheidung getroffen wird. 

Neben direkten Investments können aber auch indirekte Anlagen wie ETFs oder Aktienfonds infrage kommen, wobei die tatsächliche Nachhaltigkeit der Anlage gezwungenermaßen wieder in den Hintergrund rückt. Denn um einen ETF wirklich auf seine Nachhaltigkeit hin zu überprüfen, müssen Sie einiges an Zeit und Energie investieren. 

Wer also nachhaltig investieren, aber dafür kein zu hohes Risiko eingehen möchte, sollte sich Offene Fonds für erneuerbare Energien genauer ansehen: Eine Anlage gestaltet sich hier im Vergleich zu Geschlossenen Fonds deutlich anlegerfreundlicher und risikoärmer.

Häufige Fragen

Wie kann ich in erneuerbare Energien investieren? 

Für Investments in erneuerbare Energien gibt es viele Möglichkeiten. Es sind zum Beispiel Themenfonds, geschlossene Direktbeteiligungen, Offene Impact Fonds oder indirekte Investments durch Aktienfonds oder ETFs möglich.

Warum in erneuerbare Energien investieren? 

Mit einem Investment in erneuerbare Energien treiben Sie nachhaltigen Wandel in unserer Realwirtschaft voran und fördern grüne Stromerzeugung. Darüber hinaus bieten sie eine solide und renditefähige Ergänzung für Ihr Portfolio. 

Wie viel investiert Deutschland in erneuerbare Energien? 

Deutsche Anleger haben bis heute circa 360 Milliarden Euro in nachhaltige Geldanlagen investiert. Im Jahr 2020 beliefen sich ungefähr 11 Milliarden Euro auf Investments in Anlagen für erneuerbare Energiegewinnung. 

Kann man in Strom investieren? 

Sie können Ihr Geld in Strom anlegen, indem Sie beispielsweise in den Aufbau und den Betrieb nachhaltiger Energiegewinnungsanlagen investieren. Das geht zum Beispiel durch Direktbeteiligungen, Themenfondsinvestments oder Aktien.

Was ist die beste erneuerbare Energie? 

Seit 2004 gilt Windkraft in Deutschland als wichtigster Energieträger für die nachhaltige Stromerzeugung. Ungefähr 52 %2 wurden im Jahr 2020 mit Windanlagen produziert, circa 20 % mit Photovoltaikanlagen.

Welche Unternehmen profitieren von der Energiewende? 

Von dem Trend in Richtung Nachhaltigkeit profitieren vor allem Unternehmen, die langfristig nachhaltige Lösungen anbieten. Darunter fallen beispielsweise Technologien zum Betrieb von Energiegewinnungsanlagen oder Hersteller von Solaranlagen für Privathaushalte. 

Wie viel Prozent erneuerbare Energie wurde in Deutschland 2019 genutzt? 

2019 fielen 42 % des deutschen Bruttostromverbrauchs auf erneuerbare Energien, 2020 betrug der Wert bereits 45,4 %. Im Jahr 2000 machten erneuerbare Energien erst 6 % der deutschen Stromerzeugung aus.3

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