In erneuerbare Energien investieren: Mit reinem Gewissen Rendite erzielen

klimaVest: zwei Arbeiter sitzen auf einer Solaranlage, im Hintergrund stehen mehrere Windräder

Kohlenstoffdioxid, der Klimakiller? Das unsichtbare Molekül CO2 ist zum Symbol einer Energiewirtschaft geworden, die nicht mehr zukunftsfähig erscheint. Wissenschaftler sind sich einig, dass sich die Atmosphäre durch die Zunahme der CO2-Konzentration erwärmt, verursacht durch fossile Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle.

Dagegen sind erneuerbare Energien weitgehend frei von solchen klimawirksamen Emissionen. Ihre Kosten sinken seit Jahren und werden das voraussichtlich weiter tun1, wodurch sie immer attraktiver werden: als Investments in eine lebenswerte Zukunft. Mit der Kraft der Sonne erzeugen sie saubere Energie – in Form von Solar-, Wind- und Wasserkraft.

Das Beste ist: Die Sonne schickt uns keine Rechnung. Ihre Strahlungsenergie ist etwa 5.000 Mal größer als der Energiebedarf aller Menschen. Auch die deutsche Politik hat das Potenzial längst erkannt und fördert mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seit 2000 den Ausbau entsprechender Kraftwerke.

Von dieser Entwicklung können auch Anleger profitieren, vor allem, weil Investitionen in regenerative Energien längst kein Nischenprodukt mehr sind. Sie haben sich erfolgreich auf dem Markt der nachhaltigen Geldanlagen etabliert: Allein 2020 wurden weltweit über 300 Milliarden Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert2.

Der Markt für erneuerbare Energien Investments wächst stetig – umso wichtiger ist dabei ein guter Überblick für die eigene Anlage-Entscheidung. Mit einer nachhaltigen Geldanlage lässt sich ein effektiver Beitrag zum Klimaschutz leisten, doch es ist nicht alles „grün“, was diesen Namen trägt. Daher soll dieser Artikel die Unterschiede deutlich machen.

Was Sie in diesem Text erfahren:

  • Was sind erneuerbare Energien?
  • Was macht Energie „erneuerbar“?
  • Was spricht ökologisch dafür, in erneuerbare Energie zu investieren?
  • Wie kann ich konkret in erneuerbare Energie investieren?
  • Was sind dabei die ökonomischen Chancen und Risiken?

Welche erneuerbaren Energien gibt es?

Die Folgen der Erderwärmung sind immer stärker spürbar: Dürren, Überflutungen, Ernteausfälle und Artensterben nahmen in den letzten Jahren stetig zu3. Doch was hat diese Entwicklung mit unserer Art des Investierens zu tun und wie können wir mit unserer Geldanlage dazu beitragen, das Klima zu schützen?

Fossile Energieträger wie Braunkohle, Steinkohle, Erdöl und Erdgas haben über Jahrmillionen Sonnenenergie in der Erde gespeichert. Seit Beginn der Industrialisierung werden sie massenweise in einem enormen Tempo verfeuert, wobei Kohlendioxid (CO2) und weitere Treibhausgase freigesetzt werden. Dadurch ist sein Anteil dieser Spurengase in der Erdatmosphäre so stark gestiegen, dass der natürliche Treibhauseffekt des Planeten aus dem Gleichgewicht gerät: Es kommt zu einer Verstärkung des natürlichen Treibhauseffekts. Mit den Pariser Klimazielen haben sich die Vereinten Nationen daher vorgenommen, die Emissionen von klimawirksamen Gasen zu reduzieren. Dazu gehört, von fossilen auf „saubere“ Alternativen der Energieerzeugung umzusteigen.

Kernkraft ist zwar scheinbar sauber (da CO2-frei), doch sehr gefährlich und mit ungelösten Problemen konfrontiert. Die zur Energieproduktion nötigen Brennstoffe und die Abfälle sind hoch radioaktiv. Katastrophen der Vergangenheit wie die Reaktorunfälle in Tschernobyl oder Fukushima haben verdeutlicht, welches Risiko diese Technologie birgt. Zudem gibt es bis heute keine Endlager-Lösung für den stark strahlenden Atommüll. 

Erneuerbare Energien benötigen keine fossilen Brennstoffe – ihre Energiequelle ist die Sonne: Sie schickt unbegrenzt, kostenfrei und umweltfreundlich Energie, die sich als Strom oder Wärme nutzen lässt. Innerhalb von 90 Minuten empfängt die Erde so viel solare Strahlungsenergie, wie die Menschheit in einem ganzen Jahr braucht4. Ein Bruchteil davon lässt sich durch erneuerbare Energien nutzbar machen. Sie sind langlebig und erzeugen keine giftigen Abfallprodukte.

Es gibt viele Möglichkeiten, umweltfreundlich Strom und Wärme zu generieren.

Solarstrom: Photovoltaik

Entgegen der Erwartung produzieren Solarpanels Energie nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch, wenn es bewölkt, aber hell ist. Bei einer Photovoltaik-Anlage erzeugen kleine Solarzellen Strom. Sie bestehen aus kristallinem Silicium oder basieren auf Dünnschicht-Technologien. Solarenergie nutzt den sogenannten „photovoltaischen Effekt“: Einfallendes Sonnenlicht verwandelt sich in Strom. Mehrere Solarzellen bilden zusammen ein Solarmodul und mehrere Solarmodule sind in einer Photovoltaik-Anlage miteinander verschaltet. Der Wirkungsgrad dieser Technologie ist in den letzten Jahrzehnten immer weiter gestiegen: Industriell hergestellte Module aus kristallinem Silicium erreichen inzwischen einen Wirkungsgrad von über 20 Prozent5. Außerdem sind die Preise für Photovoltaik-Module in den letzten zehn Jahren um mehr als zwei Drittel gesunken6. Wie viel Sonne nutzbar ist, hängt von der örtlichen Wetterlage, der Höhenlage, dem Einstrahlungswinkel und vom Breitengrad ab. In sonnenreichen Regionen wie u.a. Südeuropa ist Photovoltaik jetzt schon die kostengünstigste Methode der Stromerzeugung.

Wind: Verleiht Flügel

Ein Windrad mit 3 MW Leistung produziert in einem Jahr Strom für ca. 2.000 Haushalte7. Auch die Windkraft basiert auf der Energie, die uns die Sonne schickt. Denn je nach dem, wie die Sonnenstrahlung auf der Erde trifft, entstehen Unterschiede von Temperaturen und Druck, die die Luft ausgleicht – und das verleiht dem Wind Flügel! Diese Strömungskraft bringt die Rotorblätter von Windrädern zum Drehen, z.B. an Land (Onshore) mit Windparks oder auch Kleinanlagen auf Privatgrundstücken, oder auf dem Meer (Offshore). Die Windenergie stemmt den Bärenanteil der erneuerbaren Stromversorgung: Sie hält derzeit (Stand 12 2020) einen Anteil von 23,5%8 bei der deutschen Stromproduktion. International zählt die deutsche Windbranche zu den Weltmarkt- und Technologieführern. Doch viel Potenzial ist noch ungenutzt: Indem man ältere Anlagen durch modernere austauscht („Repowering“) und Offshore-Parks ausbaut, ließe sich noch deutlich mehr Energie aus Wind gewinnen.

Bioenergie und Blockheizkraftwerke (BHKWs)

Als Biomasse lässt sich alles nutzen, was in Land- und Forstwirtschaft anfällt: In Gülle, Bio-Müll, Grasverschnitt, Stroh und Futterresten ist die Energie der Sonne gespeichert. Auch Rohstoffe wie Mais und Holz kommen zum Teil zum Einsatz, könnten aber auch (stofflich statt thermisch) genutzt werden. Jede Biomasse kann in Strom, Wärme oder Treibstoffe umgewandelt werden. Mikroorganismen bauen sie unter Ausschluss von Sauerstoff zu Biogas ab.. Biogas gilt als CO2-neutral, weil beim Verbrennen bzw. Vergären nur so viel Kohlendioxid entsteht, wie die Pflanzen in ihrer Wachstumsphase gebunden hatten. Ökologisch betrachtet ist Biogas dennoch mit Unsicherheiten verbunden. Die Herstellung von Biogas birgt Gefahren durch unkontrolliertes Entweichen der Treibhausgase Methan und Lachgas und es können darüber hinaus durch die Umnutzung von Landflächen erhebliche indirekte Emissionen verursachen werden. 9,10  Bei der Investition in Biogas ist also auf eine gute Implementierung der Anlagen zu achten.

Fossile Großkraftwerke nutzen oft nur eine von zwei entstehenden Energieformen:  Elektrizität (Strom) oder thermische Energie (Wärme). Viele geben die Wärme ungenutzt in die Umwelt ab, vor allem in Flüsse, wo sich das lokale Ökosystem erhitzt. Meist kommen solche konventionellen Kraftwerke nur auf einen Wirkungsgrad von ca. 30 Prozent. All das war und ist Verschwendung, denn längst gibt es die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), die Strom und Wärme nutzt. Blockheizkraftwerke (BHKW) produzieren nicht nur Wärme, sondern als „Abfallprodukt“ zusätzlich wertvollen Strom. Mit einem Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent sind sie sehr effizient. Besonders umweltfreundlich laufen sie, wenn man sie nicht mit fossilem Gas oder Erdöl betreibt, sondern mit regenerativen Brennstoffen aus Biomasse.

Wasser: Hydroenergie

Schon die alten Ägypter betrieben Maschinen mit der Kraft des Wassers. Bis ins 19. Jahrhundert zogen Sägewerke, Papierfabriken und Getreidemühlen ihren Antrieb aus Bächen und Flüssen, heute reaktiviert man dieses Potenzial für eine dezentrale Energieproduktion aus Kleinkraftwerken. Die Bewegungsenergie bzw. kinetische Energie des Wassers lässt sich auch in größerem Stil in Strom umwandeln. In Deutschland nutzt z.B. das Walchenseekraftwerk bereits seit 1870 die Strömung des Flusses Isar zur Stromproduktion. Besonders Pumpspeicherkraftwerke spielen eine wichtige Rolle bei der Energiewende, weil sie als Speicher dienen: Ist zu viel Strom im Netz, wird damit Wasser aus dem unteren Becken ins obere Becken gepumpt. Später, wenn wieder mehr Energie gebraucht wird, lässt sich die Strömung nach unten wieder zurück in Strom umwandeln. So lässt sich unabhängig von Wetter und Tageszeit Strom erzeugen und speichern. 

Erdwärme und Umweltwärme: Wärmepumpen

Die Vulkaninsel Island genießt besondere Vorteile durch Erdwärme: zwei Drittel der Energieversorgung werden hier aus Erdwärme gewonnen11. Doch auch bei uns ist unter der Erdoberfläche jede Menge Energie gespeichert. Geothermie-Anlagen können sie umwandeln: In Strom, Wärme und Kälte. Tief im Inneren der Erde brodelt es. Dort herrschen Temperaturen von bis zu 6.000 °C. Diese Hitze strahlt nach oben ab und erwärmt auch Schichten und Wasserreservoirs, die wir durch Pumpen erreichen können. Je tiefer man bohrt, desto wärmer wird’s: Etwa 3°C pro 100 Meter Tiefe. Weil die Geothermie kein gutes Wetter, keinen Wind und kein Tageslicht braucht, ist sie beliebt als unabhängige Energiequelle.

Wärmepumpen können auch die Umgebungsluft nutzen, um Wärme oder Kälte bereitzustellen. Sie dienen in der Energiewende als willkommener Abnehmer für temporär überschüssige (erneuerbare) Energie im Netz.

Wieso auch Sie in erneuerbare Energie investieren sollten

Zwar beziehen immer mehr Menschen Ökostrom und gehen für Klimaschutz demonstrieren, aber den Einfluss ihrer Geldanlagen hinterfragten bisher eher wenige. Dabei gibt es hier einen riesigen Hebel für ökologische Verbesserungen. Inzwischen macht sich jedoch ein gesellschaftlicher Wandel bemerkbar: Nicht nur in Supermärkten und auf der Straße spürt man den Nachhaltigkeitstrend, auch die Investment-Branche ist dabei, sich neu auszurichten. 

Ein Investment in erneuerbare Energien bringt viele Vorteile mit sich. Zum einen helfen Sie aktiv im Kampf gegen den Klimawandel, denn ihre Geldanlage unterstützt zukunftsfähige Technologien, die kaum CO2-Emissionen verursachen. So können Sie dazu beitragen, dass auch unsere Enkelkinder noch leben und wirtschaften können. Zum anderen ist die Investition in Sachwerte vergleichsweise krisensicher und unterliegt weniger den sonst typischen Marktschwankungen. 

Manche Anleger schrecken vor einer Investition in erneuerbare Energien zurück aus Angst, die Technologie nicht genügend zu verstehen. Doch das würde bedeuten, man müsste ein Auto bauen können, um in einen Automobilhersteller investieren zu können, oder eine Ölförderungsanlage durchdringen, um Geld bei einem Energieversorger anzulegen. Nichts davon war bisher nötig – und die Funktionsweise von erneuerbare Energien ist kein Hexenwerk, wie der vorige Abschnitt gezeigt hat. Zudem hat sich die Technologie stark entwickelt und funktioniert heute zuverlässig und kostengünstig.

Geld hat Macht. Jeder Euro, der in alternative Strom- und Wärmeerzeugung statt in fossile Brennstoffe fließt, bringt die Energiewende voran. So tragen Sie zum Umweltschutz bei und erwirtschaften dabei auch noch eine gute Rendite.

Wer nachhaltig investieren will, findet ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Die Finanzwelt hat die Zeichen der Zeit erkannt und verschiedenste Produkte geschaffen. Zwar ist für jeden etwas dabei, doch lohnt es sich genauer hinzusehen. Einige Angebote hören sich nachhaltiger an, als sie sind.

Geldanlagen Erneuerbare Energien: Chancen, Risiken & der ökologische Aspekt

Anfangs belächelt und bekämpft, sind erneuerbare Energien nun aus ihrer Nische herausgewachsen. Allein 2019 flossen weltweit 301,9 Milliarden Euro12 in die „Renewable Energies“, in Deutschland waren es 10,5 Milliarden  Euro13. Trotz des starken Wachstums der letzten Jahre ist der Markt noch längst nicht übersättigt, sondern wird voraussichtlich auch weiterhin wachsen: Um die internationalen Klimaziele von Paris zu erreichen, sind in Europa laut einer Studie von McKinsey Investitionen in Höhe von mindestens einer Billion14 Euro pro Jahr nötig. Entsprechend fördert die Politik alles, was den Klimaschutz voranbringt: Forschung, Innovationen und Anlagenbau im Bereich der alternativen Energien

Hinzu kommt, dass Investitionen in die Energie-Infrastruktur relativ stabil verlaufen. Sie sind weitgehend unabhängig von kurzfristigen Ereignissen und Entwicklungen wie etwa der Corona-Pandemie. Der Markt für Erneuerbare Energien ist zwar kein neuer, aber jetzt endlich reif genug, damit viel mehr Privatanleger als bisher an seinem Wachstum teilhaben können.

Grüne Geldanlagen fließen z.B. in Herstellung und Betrieb von Kraftwerken aus erneuerbaren Energiequellen. Dafür kommen viele Anlageformen in Frage, von denen hier fünf vorgestellt werden sollen: Aktien, Themenfonds, Best in Class Fonds, Beteiligungen, Spareinlagen und Impact Fonds15.

Aktien

Wenn Sie Anteilsscheine eines Unternehmens – z.B. eines Windrad-Herstellers – erwerben, steigt dadurch dessen Bewertung. Sie erwirtschaften einen Gewinn, falls die Firma Dividenden ausschüttet, oder wenn Sie die Aktie zu einem höheren Kurs wieder verkaufen. Die nachhaltige Wirkung einer solchen Geldanlage ist relativ gering: Durch den Kauf einer Aktie fließt in der Regel kein Geld unmittelbar in die Realwirtschaft, sondern zum Vorbesitzer des Anteilsscheins. Mit einer höheren Bewertung kann das Unternehmen ggf. leichter Kredite für Wachstum erhalten.

Best in Class

Wenn Sie nach dem Best-in-Class-Ansatz investieren, erwerben Sie Aktien der jeweils „Klassenbesten“ in verschiedenen Sektoren. In jeder Branche werden die Unternehmen ermittelt, die am ehesten sogenannte ESG-Kriterien berücksichtigen, also sich mit den Themen Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) beschäftigt haben. Das können allerdings auch Betreiber besonders effizienter fossiler Kraftwerke sein. Sie bemühen sich um nachhaltige Verbesserungen in ihrem Bereich, sind aber insgesamt keine Vorreiter in Sachen alternativer Energie. Bei der Bewertung erhalten sie Pluspunkte etwa für Umweltmanagement oder Effizienzsteigerungen des Ressourcen- und Energieverbrauches. Falls Sie diese Strategie verfolgen, könnten Sie auf die Klassenbesten im Bereich erneuerbare Energien setzen, was aber tendenziell mit einer geringen Streuung und damit höherem Risiko einhergeht.

Themenfonds

Bei nachhaltigen Themenfonds fließt Ihr Geld in eine breitere Auswahl von Aktien oder Anleihen bestimmter Sektoren. Einige Ökofonds bzw. Umweltfonds spezialisieren sich dabei auf regenerative Energien. Während Solarfonds besonders in europäische Solarparks oder Sonnenwärmekraftwerke in Südeuropa und Afrika investieren, nutzen Windfonds die finanziellen Mittel zum Aufbau oder Verbesserung von Onshore und Offshore Windparks. Auch Biogas-Fonds erfreuen sich großer Beliebtheit, weil der Energieträger vielseitig einsetzbar ist. Die Form der Wertpapiere variiert, so gibt es beispielsweise geschlossene Fonds oder Genussscheine.

Impact Fonds

Einige Themenfonds wirken zusätzlich als Impact Fonds. Sie stehen für wirkungsorientiertes Investieren (sogenanntes Impact Investing), wobei Ihre Geldanlage nicht nur in Finanzprodukte fließt, sondern in konkrete Projekte mit ökologischen Zielen und nachweisbaren Ergebnissen. Impact Investments verbinden finanzielle Rendite und mit einer messbaren Nachhaltigkeitsleistung. Sie orientieren sich häufig an den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen.
Im Unterschied z.B. zu Aktien oder anderen Fonds investieren Sie bei einem Impact Fonds direkt in die Realwirtschaft und nicht primär in die Finanzwirtschaft. In einem solchen nachhaltigen Fonds erzielt Ihr Geld eine direkte nachhaltige Wirkung, die von den Anbietern transparent gemacht werden muss.

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Weitere Informationen zu Impact Fonds und Impact Investment erhalten Sie in dem folgenden Artikel: Impact Investment: Alles was Sie als Anleger wissen müssen

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Beteiligungen

Die Möglichkeiten, sich direkt an Erneuerbare-Energien-Kraftwerken bzw. Unternehmen zu beteiligen, sind vielfältig und längst nicht mehr nur institutionellen Investoren vorbehalten. Oft tun sich Menschen vor Ort zusammen, um gemeinsam sogenannte Bürgerenergieanlagen (BEA) zu finanzieren: Die Biogasanlage im Dorf, das Solarpanel auf dem örtlichen Kindergarten oder das wiederentdeckte Wasserkraftwerk am Bach. Größere Projekte erhalten meist überregionale Unterstützung, z.B. über Crowdinvesting-Plattformen im Internet. All diese Beteiligungen lassen sich grob unterteilen nach der Gesellschaftsform bzw. Vertragsarten, die jeweils unterschiedliche Mitbestimmungsmöglichkeiten und Haftungsrisiken mit sich bringen.

  • eG: Bei einer Genossenschaft sind Sie Mitglied, indem Sie Genossenschaftsanteile kaufen und so regenerative Kraftwerke mitfinanzieren. Egal wieviel man einlegt: Jedes Genossenschaftsmitglied hat genau eine Stimme, weshalb diese Organisationsform als besonders bürgernah und demokratisch gilt. An Gewinnen werden Einleger anteilig beteiligt. Im landwirtschaftlichen Bereich beteiligen sich z.B. Anleger an örtlichen Biogasanlagen und gründen dafür Genossenschaften.
  • GmbH & Co. KG: Hier sind Sie Kommanditist, haften i.d.R. nur mit Ihrer Einlage – nicht mit Ihrem Privatvermögen – und haben dadurch geringe Mitspracherechte.
  • GbR: In einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts haftet jeder Gesellschafter nicht nur mit seiner Einlage, sondern auch mit seinem Privatvermögen. Hier sollten Sie nur investieren, wenn das Projekt klein und überschaubar ist – z.B. wenn Nachbarn gemeinsam die Solaranlage eines Nachbarn mitfinanzieren. Jeder Gesellschafter hat hier gleiches Mitspracherecht.
  • Kredite: Sie können sich an Bürgerenergieanlagen indirekt beteiligen, indem Sie dem dahinterstehenden Unternehmen – unabhängig von seiner Rechtsform – Geld leihen. Typische Kreditarten sind z.B. Inhaberschuldverschreibungen, Anleihen oder Nachrangdarlehen. Ein Totalausfall ist auch hier möglich, Mitspracherechte bestehen keine.

Der Vorteil einer direkten Beteiligung an erneuerbare Energien Anlagen ist, dass ihre Wertentwicklung weitgehend unabhängig von Börsenentwicklungen verläuft. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) besteht eine gewisse Planungssicherheit, denn es garantiert die Abnahme des produzierten Stroms für einen klaren Zeitraum mit einer festgelegten Einspeisevergütung.

Nachteilig wirkt sich aus, dass das Kapital bei Beteiligungen über mehrere Jahre gebunden ist. Durch mögliche Fehlkalkulationen besteht das unternehmerische Risiko eines Totalausfalls. Die Möglichkeit, auch kleinere Beträge (z.B. über Crowdinvesting) anzulegen, zahlt man meist durch ein höheres Risiko (z.B. in Form eines Nachrangdarlehens, bei dem alle anderen Gläubiger im Fall einer Insolvenz zuerst bedient werden).

Spareinlagen

Manche Banken bieten Sparprodukte, mit denen Erneuerbare Energien finanziert werden. Dort legen Sie Ihr Geld für einen festgelegten Zeitraum (oft fünf oder zehn Jahre) mit einer festen Verzinsung bei der Bank an. Diese investiert damit in erneuerbare Energien Projekte, meist in der Region, z.B. als Kredite an Bürgerenergieanlagen. Solche Spareinlagen mit Namen wie „Klimasparbrief“ bieten durch die gesetzliche Einlagesicherung der Banken eine relativ hohe Sicherheit, ein Totalverlust ist hier meist ausgeschlossen. Allerdings sind die Zinsen vergleichsweise gering, die Bindung des Geldes ist lang und es bestehen keinerlei Mitspracherechte.

Checkliste: So gehen Sie am besten vor, wenn Sie in erneuerbare Energien investieren wollen

Mit einem Investment in Erneuerbare Energien können Sie aktiv zum Klimaschutz beitragen. Doch wie gehen Sie dabei am besten vor und was ist bei der Produktauswahl zu beachten? Im Folgenden finden Sie einige Fragen, die es sich lohnt zu klären.

1. Was ist Ihr Anlageziel?
Auch bei einer grünen Geldanlage sind die Grundlagen des Investierens zu beachten: Welche Summe möchten Sie investieren, welchen Zeithorizont können Sie sich vorstellen, das Kapital zu binden, wie stehen Sie zu Risiko, welche Werte sind Ihnen wichtig und welche Kompromisse sind Sie bereit einzugehen? Während eine Person zu 100% Erneuerbare Energien Anlagen in Europa unterstützen will, kann sich eine andere vorstellen, vor allem in die Klassenbesten der Solarbranche zu investieren. Während die eine flexibel auf ihr Geld zugreifen muss, kann die andere länger etwas zur Seite legen. Mancher will vorrangig in bestehende Anlagen investieren, da die Erfahrungswerte aus ihrem Betrieb verlässliche Ertragsprognosen bieten. Andere setzen auf neue Anlagen als Beitrag zur Energiewende. Dritte bevorzugen einen Mix aus beidem.

2. Welche Anlagen passen zu Ihnen?
Mit diesem Artikel haben Sie bereits einen Überblick über verschiedene Anlageformen erhalten. Tauchen Sie tiefer ein, indem Sie sich konkrete Produkte ansehen und Fragen stellen: Sind mir Mitbestimmungsrechte wichtig oder eher nicht? Ist im Falle eines Totalverlusts nur Ihr Investment „weg“ oder besteht eine Haftpflicht oder Nachschusspflicht, für die auch auf Ihr anderes Privatvermögen riskiert würde? Wie flexibel ist Ihre Anlage, wie lange ist das Geld gebunden, wann könnten Sie vorzeitig aussteigen? Wie viel Erfahrung und Know-how hat der Anbieter mit Green Investments und Projekten im Bereich erneuerbare Energien?

3. Wie gehen Sie mit Risiken um?
Bei jeder Vermögensentscheidung gilt: Streuung verringert das Risiko. Investieren Sie also nicht alles in eine Anlageform (z.B. nur Beteiligungen) oder einen Themenbereich (z.B. nur Wind). Wenn Sie z.B. bereits eine Direktbeteiligung an einer Solaranlage haben, könnte ein Themenfonds, der alle Arten von Erneuerbare Energien einbezieht, Ihr Portfolio diversifizieren. Ein Impact Fonds ergänzt Ihre Strategie, wenn Sie besonders wirkungsorientiert anlegen wollen.

4. Welche Transparenz bietet Ihre Anlage?
Ob eine Investition etwas für Nachhaltigkeit bewirkt und wie sie sich finanziell entwickelt, lässt sich in Broschüren, Berichten und Veranstaltungen erfahren. Verschiedene Anbieter gehen dabei mehr oder weniger transparent mit ihren Investoren um. Als Investor*in können Sie Ihren Anspruch an Transparenz deutlich machen. Lesen Sie Veröffentlichungen über die Wirkung Ihrer Geldanlagen und fordern Sie konkrete Berichterstattung zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen ein.

Fazit

Das Zeitalter der fossilen Energien neigt sich dem Ende zu. Wenn wir die Atmosphäre nicht weiter durch CO2-Emissionen anheizen wollen, müssen Kohle, Gas und Öl wo es nur geht in der Erde bleiben. Doch Strom und Wärme braucht die Menschheit auch in Zukunft. Daher führt am Ausbau der erneuerbaren Energien kein Weg dabei – und Sie können mit Ihrer Geldanlage aktiv dazu beitragen. Das Schöne ist: Die Kraft der Sonne kann auch das Vermögensportfolio erstrahlen lassen. Denn mit staatlicher Förderung und entsprechender Planungssicherheit ist ein solches Sachwert-Investment auch ökonomisch attraktiv. 

Mit diesem Artikel haben Sie sich einen Überblick über Investments in Renewables erarbeitet. Für eine nähere Beleuchtung bestimmter Geldanlagen empfehlen wir unsere Beiträge zu Windkraft-Investition, Solarfonds und Impact Fonds. Viel Erfolg beim Investieren!

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1 Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (2018): Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien
2 Bloomberg NEF (2021): Energy Transition Investment Trends. https://about.bnef.com/energy-transition-investment/
3 Vgl. Europäische Kommission in: https://ec.europa.eu/clima/change/consequences_de
4 Quelle: https://www.unendlich-viel-energie.de/erneuerbare-energie
5 Der Spitzenwirkungsgrad bei Konzentrator-Solarzellen aus gestapelten Halbleiterschichten liegt bei bis zu 47,1%. www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/energie/neuer-solarzellentyp-bricht-rekorde-beim-wirkungsgrad/
6 Von 2€/W im Jahr 2010 auf 0,35€/W im Jahr 2021, s. Fraunhofer ISE (2021): Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/aktuelle-fakten-zur-photovoltaik-in-deutschland.html; https://www.photovoltaik.org/wirtschaftlichkeit/photovoltaik-preise  
7https://windfakten.at/?mdoc_id=1030006#:~:text=Ein%20einziges%20Windrad%20mit%203,13%20Prozent%20zur%20Stromversorgung%20beitragen
8 de.statista.com/statistik/daten/studie/239528/umfrage/anteil-der-stromerzeugung-aus-windkraft-in-deutschland/
9 Paolini et al. (2018): Environmental impact of biogas: A short review of current knowledge
10 Tamburini et al. (2020): Is Bioenergy Truly Sustainable When Land-Use-Change (LUC) Emissions Are Accounted for? The Case-Study of Biogas from Agricultural Biomass in Emilia-Romagna Region, Italy
11 https://www.nzz.ch/wirtschaft/allzu-aggressiver-umgang-mit-reserven-geht-islands-geothermie-der-dampf-aus-ld.147976  
12 https://de.statista.com/infografik/22869/investitionen-in-erneuerbare-energien-weltweit/
13 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/171896/umfrage/investitionen-in-anlagen-zur-nutzung-von-strom-aus-erneuerbaren-energien/#:~:text=Die%20Statistik%20zeigt%20die%20Entwicklung,Erneuerbare%2DEnergie%2DAnlagen%20investiert
14 https://www.mckinsey.com/business-functions/sustainability/our-insights/how-the-european-union-could-achieve-net-zero-emissions-at-net-zero-cost
15 Eine eigene Anlage am Haus, z.B. Photovoltaik oder Geothermie, können für die eigene Energieversorgung zwar attraktive Anlagemöglichkeiten sein, werden hier aber nicht näher beleuchtet. Zur Beschäftigung mit diesem Feld empfehlen sich z.B. www.photovoltaik.org, www.solaranlage.de und www.waermepumpen.info