Nachhaltige Investmentfonds: So trennen Sie die Spreu vom Weizen

Nachhaltige Investmentfonds liegen am aktuellen Finanzmarkt im Trend. Gerade dann lohnt es sich, einen genaueren Blick hinter die Kulissen zu werfen: Welche Fonds sind wirklich nachhaltig? Welche bieten tatsächlich gute Renditen und welche sind zu gut und grün, um wahr zu sein?

klimaVest: Mann und Frau joggen durch den Wald, die Sonne strahlt im Hintergrund und sie genießen die Ruhe in der Natur und denken über nachhaltige Investmentfonds nach

Der Finanzmarkt entwickelt sich mit aktuellen Trends – und kleidet sich nun immer mehr in Grün. Kaum noch eine Bank oder ein Anbieter wirbt nicht mit nachhaltigen Investmentfonds um Kunden. Nachhaltige ETFs, ESG-Investmentfonds, grüne Fonds, Impact Fonds – Die Bandbreite der grünen Anlageprodukte ist groß. Nicht weniger groß ist die Anzahl der Fragen, die viele Anleger*innen an diese Produkte haben, die noch immer eine Neuheit am Finanzmarkt sind. Eine Frage ist dabei besonders verbreitet: Wenn doch immer mehr Menschen nachhaltig investieren, wieso kommen wir dann im Kampf gegen den Klimawandel nicht entscheidend weiter? Um diese und noch weitere Fragen zu klären, schauen wir in diesem Artikel hinter die Kulissen des Hypes um Nachhaltige Investmentfonds.

Was sind nachhaltige Investmentfonds?

klimaVest: Die Grafik zeigt das magische Viereck der Vermögensanlage für die Anlageform ELTIF am Beispiel klimaVest

Während klassische Fonds sich an den drei Zielen Rentabilität, Sicherheit und Liquidität ausrichten, erweitern nachhaltige Investmentfonds diese um Nachhaltigkeit. Somit spielen ökologische, soziale oder wirtschaftliche Nachhaltigkeitsaspekte eine gleichwertige Rolle.

So viel in der Theorie. Doch stichhaltige Kriterien für die Definition nachhaltiger Investmentfonds existieren leider nicht, denn der Begriff “nachhaltig” ist nicht geschützt. Damit ist es für viele Branchen – und so auch für den Finanzmarkt – ein Leichtes, anhand einer “grünen” Marketingstrategie auf den Nachhaltigkeitstrend aufzuspringen. Mit wenigen Handgriffen kann so konventionellen Produkten ein neuer Anstrich verliehen werden, der schnell nachhaltiger wirkt, als er ist.

Eine Definition von Nachhaltigkeit bietet der Brundtland-Bericht von 1987: Er definiert eine Entwicklung dann als nachhaltig, wenn sie den Bedürfnissen der gegenwärtigen Generation nachkommt, ohne die Möglichkeiten und Bedürfnisse künftiger Generationen einzuschränken oder zu gefährden.

Damit wird Anleger*innen ein erster Anhaltspunkt geboten, um nachhaltige Finanzprodukte genauer unter die Lupe zu nehmen. Auch wenn man so vielleicht einigen wirklich wohlwollenden Anbietern Unrecht tut – der Finanzmarkt wird aktuell überflutet von Produkten, die in ihrem ökologischen oder sozialen Engagement mehr Schein als Sein sind und sich schwammig „Umweltfonds“ nennen.

Bei der Einschätzung der Nachhaltigkeit verschiedener Investmentfonds kann Ihnen der Überblick über die verschiedenen Anlagestrategien helfen:

  • Negativ-Screening: Diese Strategie bildet das untere Ende des Strategiespektrums und kann nur minimale Nachhaltigkeitsansprüche realisieren. Denn hier geht es darum, konkrete Branchen, Unternehmen oder Länder auszuschließen, die explizit nicht nachhaltig wirtschaften, beispielsweise die Waffen-, Glücksspiel- oder Atomkraftindustrie. Allerdings erfordert dieser Ansatz keine aktive Förderung nachhaltiger Unternehmen oder Branchen, sodass unzählige Anbieter ihn nutzen, um damit vermeintlich nachhaltige Produkte auszuzeichnen. 

  • Best-in-Class-Ansatz: Dieser Ansatz setzt ebenfalls eine relativ niedrige Schwelle für Anbieter, um ihre Produkte als nachhaltig zu deklarieren. Bei diesem Ansatz geht es darum, innerhalb einer bestimmten Kategorie oder Branche das Unternehmen oder Produkt mit den größten Nachhaltigkeitsambitionen zu bestimmen. Die Crux hier besteht jedoch darin, dass mit diesem Ansatz selbst ein Hersteller von Verbrennungsmotoren oder ein Öl-Unternehmen Klassenbester werden kann – hier geht es also nur um relative, nicht um absolute Nachhaltigkeit. 

  • ESG-Ansatz: Hier wird sich auf die Berücksichtigung der sogenannten ESG-Kriterien gestützt, die sich aus ökologischen (Environmental), sozialen (Social) und Aspekten der Unternehmensführung (Governance) zusammensetzen. Damit ist eine nachhaltige Wirkung des Finanzprodukts zwar noch nicht nachweislich garantiert, aber Anleger*innen können sich sicher sein, dass diese drei Aspekte von Nachhaltigkeit in die Gestaltung des Portfolios mit einfließen. Dieser Ansatz bildet die gute Mittelklasse nachhaltiger Anlagestrategien. 

  • Impact Investing: Diese Anlage bildet das obere Ende des Spektrums und wirkt transparent und nachweisbar auf Nachhaltigkeit in der Realwirtschaft ein. Denn hier geht es den Anbietern darum, sich konkrete Ziele zu stecken, die den Anleger*innen offengelegt werden. Nachhaltigkeitsaspekte dienen beim Impact Investing nicht nur zur Orientierung, sondern fließen aktiv und transparent in die Gestaltung des Portfolios mit ein. Diese Anlagestrategie gilt damit am Finanzmarkt als besonders nachhaltig.

Ist es sinnvoll, in nachhaltige Investmentfonds zu investieren?

Wem das Klima und die Umwelt am Herzen liegt, wird sich die Frage stellen: Kann ich mit meinem Geld wirklich etwas Positives bewirken? Eine Kurzform der Antwort lautet: Ja. Egal, mit welchen Mitteln – gegen den Klimawandel muss angegangen werden. Über den aktuellen Zustand müssen wir mittlerweile nicht einmal mehr in der Zeitung nachlesen, denn auch hier machen sich die Folgen der globalen Erwärmung bemerkbar. Ob plötzliche Regen- oder Hagelstürme, Überschwemmungen oder wochenlange Hitzeperioden: Niemand muss mehr viel weiter als vor die eigene Haustür blicken, um sich über das Ausmaß dieses Wandels bewusst zu werden. 

Um an diesen Zuständen langfristig etwas verändern zu können, ist Kapital unverzichtbar. Kapital ist eine entscheidende Ressource, die sowohl in kleinem als auch großem Umfang eingesetzt werden kann – sei es von einem Start-Up, das an einer Innovation zur Müllvermeidung arbeitet, oder von einem Asset Manager, der großflächige Infrastrukturen auf Ökostrom umstellt. 

Doch nicht nur aus ideologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht macht es Sinn, sich mit dieser nachhaltigen Geldanlage vertraut zu machen. Die jüngere Generation verschafft sich am Finanzmarkt eine zunehmend mächtige Stimme, die einen immer stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeit einfordert. Damit gewinnen nachhaltige Finanzen an langfristiger Zukunftsperspektive, die sich auszahlt: Finanzexperten stellen immer wieder fest, dass die Performanz nachhaltiger Geldanlagen überdurchschnittlich oder mindestens genauso gut ausfällt wie die klassischer Anlageprodukte. Durch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit schärfen Unternehmen ihren Blick auch für andere Aspekte, zum Beispiel gewisse Risiken in ihrer Lieferkette oder die genauen Mechanismen des Marktes. So gelingt es ihnen, an Resilienz aufzubauen und flexibel mit Veränderungen umzugehen. Diese Eigenschaften wirken sich wiederum positiv auf den Erfolg nachhaltiger Unternehmen und damit auf die Nachfrage aus. 

Damit sollte weniger die Frage im Mittelpunkt stehen, ob so eine Investition überhaupt sinnvoll ist, sondern welche nachhaltigen Investmentfonds für ein sinnvolles Investment in Betracht kommen. Dazu klären wir nun, welche Optionen dafür zur Verfügung stehen.

Welche nachhaltigen Investmentfonds gibt es?

Die Vielfalt an nachhaltigen Fondsprodukten ist groß und die Unterschiede zwischen ihnen sind nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Deshalb finden Sie an dieser Stelle eine breitgefächerte, aber kompakte Übersicht:

Nachhaltige Aktienfonds: Mit einer Anlage in einen Fonds, der mit Aktien börsendotierter Unternehmen handelt, fließt Ihr Anlagebetrag nicht direkt in die jeweiligen Unternehmen, sondern an den Vorbesitzer Ihrer Anteile. Somit können Sie die Nachhaltigkeit eines Fonds beziehungsweise der darin enthaltenen Unternehmen überwiegend indirekt unterstützen. Mit einer größeren Anzahl von Anlagen steigt der Börsenkurs und damit auch der Wert der jeweiligen Unternehmen. So können Sie implizit zum Beispiel die Kreditwürdigkeit des Unternehmens steigern, um die Umsetzung nachhaltiger Projekte zu erleichtern. Damit haben Sie zwar als einzelner Kleinanleger keinen signifikanten Einfluss auf die Zielrichtung des Unternehmens, aber: Je mehr Anleger*innen sich zusammentun, desto stärker können Sie darauf einwirken, in welche Bereiche das vorhandene Kapital tatsächlich investiert wird.  

Grüne Bonds (Rentenfonds): Diese Art der Geldanlage funktioniert wie eine klassische Anleihe, es wird also vom Fonds Geld an Länder oder Unternehmen verliehen, die dafür Zinsen zahlen. Dabei kommt es darauf an, dass die Anleihe für nachhaltige Zwecke genutzt wird beziehungsweise nicht-nachhaltige Branchen und Praktiken ausgeschlossen werden. Dabei spielen in der Auswahl beziehungsweise dem Ausschluss von Unternehmen oft ESG-Kriterien eine Rolle. Während es sich bei Grünen Bonds um einzelne Wertpapiere handelt, umfasst ein nachhaltiger Rentenfonds eine Vielzahl solcher Papiere. 

Nachhaltige Offene Immobilienfonds: Die Funktionsweise eines nachhaltigen Immobilienfonds basiert auf der Investition des Fondsvermögens in nachhaltige Wohnanlagen und bezahlbaren Wohnraum oder in die Umstellung des Immobilienportfolios auf Ökostrom. Um die Nachhaltigkeit solcher Immobilien nachweisen zu können, werden in ihrer Erbauung, ihrem Betrieb oder ihrer Verwaltung bestimmte ESG-Kriterien angelegt. 

Nachhaltige Mischfonds: Fonds dieser Anlageart gestalten ihr Portfolio mit Anlageobjekten aus unterschiedlichen Kategorien, zum Beispiel Aktien, Anleihen oder auch anderen Fonds. Mischfonds sind darauf ausgelegt, riskantere Produkte mit risikoärmeren zu kombinieren. So können die Renditechancen riskanterer Anlagen mit den regelmäßigen Erträgen stabiler Produkte in einem Fonds kombiniert werden und sich gegenseitig stabilisieren beziehungsweise ausgleichen. Bei nachhaltigen Mischfonds spielen auch wieder ESG-Kriterien in der Gestaltung des Fonds-Portfolios eine entscheidende Rolle.

Nachhaltige Dachfonds: Hier investiert ein Fonds in mehrere Investmentfonds gleichzeitig und versammelt so eine größere Anzahl an Investments unter einem Dach. Durch die Streuung verringert sich zwar das Risiko, gleichzeitig nimmt aber die Anzahl an Unternehmen und Projekten zu. Damit wird es auch schwieriger, den Überblick über die einzelnen Projekte und deren nachhaltige Ziele und Techniken zu bewahren.

ESG-ETFs: Die Auswahl der einzelnen, im ESG-ETF enthaltenen Anlageobjekte richtet sich, wie der Name schon sagt, nach den ESG-Kriterien Umwelt (Environment), Soziales (Social), Unternehmensführung (Governance). Das geschieht entweder passiv, zum Beispiel über den Ausschluss von Unternehmen, oder aktiv über Fondsmanager, Experten und Analysten. Diese sind zwar oft teurer, doch wird hier oft auch ein höherer Nachhaltigkeitsanspruch berücksichtigt. Eine tatsächlich messbare Wirkung der eigenen Geldanlage bieten ESG-ETFs allerdings nicht. Wer also besonderen Wert auf Transparenz und Nachweisbarkeit legt, für den kann es sich lohnen, einen genaueren Blick auf Impact Fonds zu werfen.

Nachhaltige Themenfonds: Die Gestaltung des Portfolios und die entsprechende Auswahl der Anlageobjekte geschieht bei Themenfonds mit Blick auf konkrete Aspekte, zum Beispiel auf erneuerbare Energien, Solaranlagen oder Waldaufforstungsprojekte.

Impact Fonds: Unter den nachhaltigen Geldanlagen sind Impact Fonds diejenigen, die ihre Ziele und deren Umsetzung nicht nur transparent, sondern vor allem messbar machen. Denn zusätzlich zu der Berücksichtigung von ESG-Kriterien geht es bei Impact Fonds darum, konkrete Ziele festzulegen und deren Erreichung für die Anleger*innen sicht- und nachweisbar zu gestalten. Dabei fließt das Fondsvermögen in die Realwirtschaft und stellt so sicher, dass das Anlagekapital in konkreten Projekten zum Einsatz kommt und somit einen echten Impact hervorruft. 

Überschneidungen verschiedener Fondsarten

Nicht immer lässt sich ein Fonds problemlos in eine der oben vorgestellten Kategorien einordnen. Denn diese Kategorien gehen von unterschiedlichen Schwerpunkten aus. Manche Fonds legen fest, in welche Assets sie investieren – Aktienfonds zum Beispiel investieren ausschließlich in Aktien. Andere Fonds wiederum zeichnen sich durch einen inhaltlichen Schwerpunkt aus, zum Beispiel ein Themenfonds mit dem Thema “Solaranlagen”. 

Dabei schließt das eine aber nicht das andere aus: So kann ein Solar-Themenfonds gleichzeitig auch ein Aktienfonds sein, wenn also das Fondsvermögen in themenspezifische Aktien investiert wird. Deshalb spielen bei der Kategorisierung nachhaltiger Fonds sowohl inhaltliche als auch eher formale Aspekte eine wichtige Rolle

Passive und Aktive Fonds – Die wichtigsten Merkmale im Überblick

Neben ESG-Kriterien, Screening-Methoden und Börsenkursen ist für die Auswahl beziehungsweise Einordnung eines nachhaltigen Investmentfonds auch wichtig, ob es sich dabei um einen passiven oder aktiven Fonds handelt. Damit gehen einige Unterschiede einher: 

Passive Fonds, oder auch börsengehandelte Indexfonds nennt, bilden die Wertentwicklung eines Index und damit stets aktuelle Marktentwicklungen nach. Passiv bedeutet, dass der Fonds nicht aktiv verwaltet wird, sodass keine Kosten oder Gebühren für die Verwaltung anfallen und passive Fonds somit meist günstiger sind. Die Renditeentwicklung eines passiven Fonds folgt aufgrund der Indexnachbildung der allgemeinen Marktentwicklung. 

Aktive Fonds hingegen werden von Fondsmanagern verwaltet, die im Falle eines nachhaltigen Fonds die ökologischen, sozialen oder wirtschaftlichen Prinzipien und Leistungen von Unternehmen oder Staaten kontrollieren. Bei negativen Entwicklungen können - anders als bei einem passiven Fonds – die Manager Umschichtungen vornehmen und gegebenenfalls Aktien oder Anleihen verkaufen. Durch die aktive Verwaltung des Fonds erhebt er eine sogenannte Fondsgebühr, weshalb aktiv gemanagte Fonds oft mit höheren Kosten verbunden sind.  

Nachhaltige Investmentfonds und Nachfrage – Wie beliebt sind sie?

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Nachfrage nach nachhaltigen Investmentfonds steigt seit Jahren. Der europäische Markt verzeichnet zweistellige Wachstumsraten für diese Anlageform – damit wächst dieses Segment schneller als der gesamte europäische Anlagemarkt.1,2

So ist der nachhaltige Finanzmarkt nicht mehr nur eine Nische für „grüne Überzeugungstäter“, sondern hat inzwischen seine Massentauglichkeit bewiesen. Denn wie bereits erwähnt, performen Unternehmen mit einem gewissen Nachhaltigkeitsanspruch im Vergleich zu konventionellen Anlageprodukten mindestens genauso, wenn nicht überdurchschnittlich gut.

Nachhaltige Investmentfonds in Deutschland (in Milliarden Euro)

Wie nachhaltig sind diese Fonds tatsächlich?

Obwohl viel Nachhaltigkeit versprochen wird, können leider nur die wenigsten Anbieter ihr Versprechen wirklich halten: Im Finanztest 07/20 der Stiftung Warentest konnten nur vier von 129 untersuchten Investmentfonds als nachweislich nachhaltig eingestuft werden.3  

Mit Blick auf die meistgenutzten “nachhaltigen” Anlagestrategien ist so eine Quote allerdings nicht verwunderlich: 

Anhand von Ausschlussprinzipien kann ein Anbieter Unternehmen aus dem Portfolio ausschließen, die beispielsweise aktiv an der Zerstörung von Ökosystemen oder an der Herstellung von Massenvernichtungswaffen beteiligt sind und damit gewissen Ansprüchen nicht entsprechen. Solche Ausschlüsse reichen aus, um mit einem nachhaltigen Produkt werben zu können – doch von tatsächlicher Nachhaltigkeit sind solche Anbieter noch weit entfernt. 

Wenn beispielsweise der Best-in-Class-Ansatz genutzt wird, entsteht ein vermeintlich nachhaltiges Finanzprodukt, indem Anleger*innen in den saubersten Öl-Konzern investieren: Anbieter werben mit einem nachhaltigen Produkt, obwohl mit solchen Anlageobjekten die Rendite eine deutlich größere Rolle spielt und die geförderten Unternehmen von tatsächlicher Nachhaltigkeit noch weit entfernt sind. 

Die tatsächliche Nachhaltigkeit von Finanzprodukten kann so schnell verschleiert werden. Wenn es Ihnen als Anleger*in um ein echt nachhaltiges Investmentprodukt geht, sollten Sie Ihre Ansprüche in Sachen Nachhaltigkeitskriterien anheben und über Impact Investing nachdenken: 

Bei einem Impact Fonds, der beispielsweise in Sachwerte investiert, fließt das Anlagekapital direkt in die Realwirtschaft in Form von Windkraftanlagen, Solaranlagen oder Wasserwerke. Damit fördern Impact Fonds den Ausbau von erneuerbaren Energien und bieten Ihnen ausführliche Informationen über ihre konkreten Nachhaltigkeitsziele, zum Beispiel die Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Dafür legt der Fonds einen transparenten und messbaren Grenzwert fest, der besagt, wie viele Kilogramm Schadstoffe durch die Produktion von nachhaltigem Strom vermieden werden sollen. Da bei der Herstellung von erneuerbarer Energie allerdings ebenfalls schädliche Treibhausgase entstehen, werden diese Emissionen ebenfalls offengelegt und hinzugerechnet. So kann ein Fonds seinen Anleger*innen eine detaillierte Übersicht darüber bieten, wie er im Verhältnis zum eigens gesetzten Ziel performt.

Scope Rating und EU-Offenlegungsverordnung: Allgemeine Richtlinien für nachhaltige Investments

Die objektive Bewertung von nachhaltigen Geldanlagen kann in der Recherche aufwendig sein und einiges an Geduld erfordern. Deshalb wurden mittlerweile Verordnungen und Richtlinien entwickelt, die die Einordnung von Finanzprodukten erleichtern und vor allem vereinheitlichen soll. 

Dafür hat die unabhängige Rating-Agentur Scope eine Methodik entwickelt, die Finanzprodukte beziehungsweise ihre Manager daraufhin überprüft, wie sehr sie in Einstimmung mit den ESG-Kriterien agieren: Das ESG Capability Rating. Anhand verschiedener Kriterien wird eine zur Peergruppe relative Punktzahl gebildet, sodass eine hohe Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Anbietern am Finanzmarkt besteht. 

Die Bewertungsskala ist in nacheinander absteigende Kategorien unterteilt: 

  • AAAESG , AAESG , AESG (exzellente bis gute ESG-Qualität und –kompetenz) 
  • BBBESG (zufriedenstellende ESG-Qualität und –kompetenz) 
  • CESG (schwache ESG-Qualität und –kompetenz) 

Das ESG Capability Rating eignet sich für alle konventionellen und alternativen Investments, die damit entweder den OGAW-Kriterien oder den AIFM-Kriterien entsprechen. 

Ein weiterer Maßstab für die Bewertung nachhaltiger Geldanlagen ist Anfang diesen Jahres mit der EU-Offenlegungsverordnung in Kraft getreten. Sie soll dazu beitragen, eine nachhaltigere und ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft in Übereinstimmung mit dem Pariser Abkommen zur Bekämpfung des Klimawandels zu verwirklichen. 

Vor allem die Artikel 8 und 9 gelten für die Bewertung von nachhaltigen Anlagen mittlerweile als ausschlaggebend: Sie bestimmen, ob ein Finanzprodukt soziale oder ökologische Merkmale aufweist (Art. 8) oder ob konkrete nachhaltige Anlageziele vorliegen (Art. 9), die entsprechend nachgewiesen werden müssen.

Risiko und Rendite nachhaltiger Investmentfonds – Was gibt es zu beachten?

Grundsätzlich gelten für nachhaltige Investmentfonds dieselben Regeln wie für klassische Fonds auch: Je nach Fonds bewegen sich Risiko, Rendite und Verfügbarkeit in einer Balance miteinander, sodass beispielsweise höhere Renditechancen auch ein höheres Risiko mit sich bringen. 

Nachhaltige Aktienfonds und ETFs sind hierfür typische Beispiele: Da ihre Wertentwicklungen mit der Entwicklung der Börsenkurse einhergehen, gelten hier oft höhere Gewinnchancen als bei anderen Produkten. Gleichzeitig herrscht jedoch auch immer das Risiko, von einem Kurssturz mitgerissen zu werden. Zusätzlich lässt sich bei solchen Produkten der Aspekt der Nachhaltigkeit nicht wirklich transparent und nachweisbar einordnen. 

Wenn Sie in einen offenen, zum Beispiel einen gut diversifizierten Impact Fonds investieren, können Sie sich die Chancen der Energiewende zunutze machen und sich so solide Renditen sichern. Das Risiko ist hierbei deutlich niedriger, da physische Sachwerte weniger starken Preisschwankungen ausgesetzt sind. Gleichzeitig sorgen sie für eine gute Diversifikation des Portfolios. 

Zusammenfassend müssen Sie also hinsichtlich der Rendite und des Risikos bei nachhaltigen Fonds keine grundsätzlich anderen Maßstäbe anlegen als bei klassischen Anlageprodukten. Wenn Sie die drei Prinzipien Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit kennen, sind Sie so auch in der Risikobewertung und -einordnung nachhaltiger Fonds gut aufgestellt.

Worauf kommt es bei der Auswahl eines nachhaltigen Investmentfonds an?

Festlegung Ihres Anlageziels 

Im ersten Schritt geht es bei der Auswahl einer Geldanlage immer darum, sich über Ihre finanzielle Situation bewusst zu werden und diese kritisch zu bewerten: 

  • Wie viel Kapital steht Ihnen zur Verfügung und wie viel kommt regelmäßig hinzu? 
  • Möchten Sie einmalig oder in regelmäßigen Abständen Geld anlegen? 

Haben Sie diese Aspekte geklärt, geht es weiterhin darum, folgende Bedingungen für die Auswahl einer Geldanlage zu berücksichtigen: 

  • Risikobereitschaft: Wie stehen Sie zu Risiko? Wie viel Risiko lässt Ihre Situation zu? Wie gestaltet sich die Risikoverteilung, falls Sie in der Vergangenheit bereits Geld angelegt haben? 
  • Zeithorizont: In welcher Lebensphase befinden Sie sich aktuell? Über welchen Zeitraum hinweg können Sie auf einen bestimmten Teil Ihrer Anlage verzichten? 
  • Aktiv vs. Passiv: Wie viel Zeit und/oder Geld möchten Sie – über den Anlagebetrag hinaus – in Ihre Anlage investieren? Soll Ihre Anlage aktiv gemanagt werden, sodass Sie Ihre Hände frei haben? Oder beschäftigen Sie sich gern mit Börsenkursen und Marktentwicklungen, sodass Sie sich auch gern etwas mehr mit Ihren Anlagen auseinandersetzen? 

Auswahl von Themen beziehungsweise Positivkriterien 

Liegt Ihnen ein bestimmtes Thema am Herzen, zum Beispiel Umwelt, kann das die Auswahl Ihres nachhaltigen Investmentfonds schon in eine konkrete Richtung lenken. Oder Sie haben die Möglichkeit, auf Basis Ihrer persönlichen Einstellung bestimmte Assets oder Unternehmen von vornherein auszuschließen, um der für Sie geeigneten Anlage per Ausschlussverfahren näherzukommen. 

Recherche geeigneter Anlagen 

Wenn Sie die vorausgegangenen Aspekte berücksichtigen, kann die Bandbreite möglicher Anlagen schon stark eingegrenzt werden. Wenn für Sie beispielsweise nur ein aktiver nachhaltiger Investmentfonds in Betracht kommt und Sie ungern hohe Risiken eingehen möchten, käme für Sie vielleicht ein nachhaltiger Immobilienfonds infrage. Offene Immobilienfonds bieten erfahrungsgemäß ein hohes Maß an Sicherheit und werden von Fondsmanagern verwaltet, deren Aufgabe es ist, für eine kontinuierlich gute Performanz des Produkts sorgen. Falls Sie darüber hinaus in Schritt zwei festgelegt haben, dass Sie Ihr Kapital gegen den Klimawandel einsetzen möchten, landen Sie bei der Kombination aus überschaubaren Risiken und echter Wirkung bei Sachwerte-Impact Fonds. 

Nach diesem Prinzip können Sie herausfinden, welche für Sie ausschlaggebenden Aspekte sich in welchem Produkt vereinen, um mit diesem Wissen tiefer in die Recherche einzusteigen.

Fokus auf Nachhaltigkeit und Transparenz 

Nehmen Sie Ihre Position als Investor*in ernst und prüfen Sie gezielt und regelmäßig die Nachhaltigkeitskriterien Ihres Fonds und die bislang erzielte Wirkung Ihres Investments: Welchen Einfluss übt meine Geldanlage auf die Realwirtschaft? Wohin genau fließt das Kapital? Wird die nachhaltige Wirkung der Anlage messbar gemacht – und wenn ja, wie? 

Wenn Sich für Sie mit der Beantwortung solcher Fragen kritische Schwachstellen des Produkts auftun, können Sie Ihre Stimme dafür nutzen, um nachhaltige Veränderungen herbeizuführen. 

Nachhaltige Investmentfonds zusammengefasst

Fazit

Nachhaltige Investmentfonds haben sich von einer Nische zu einer prestigereichen Anlagemöglichkeit mit gleicher oder sogar besserer Performance im Vergleich zu klassischen Geldanlagen entwickelt – und die Nachfrage wächst rasant. Für Anleger*innen bedeutet diese Entwicklung zum einen gute Chancen bei breitem Marktangebot, zum anderen aber auch die Qual der Wahl. 

Wer es mit nachweisbarer Nachhaltigkeit nicht allzu genau nimmt und nur mit dem Trend gehen will, wird am aktuellen Markt schnell fündig. Für solche Anleger*innen jedoch, für die Nachhaltigkeit nicht nur ein Mittel zum Zweck hoher Renditen, sondern eher eine Frage der Überzeugung ist, lohnt es sich, genauer hinzuschauen und auch gewisse Ansprüche zu formulieren. 

In der Auswahl einer geeigneten Anlagemöglichkeit positionieren sich nachhaltige Anlagen genauso zwischen Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit wie klassische Fonds. So finden Sie den für Sie passenden nachhaltigen Investmentfonds und tun etwas Gutes – sowohl für Ihr Portfolio als auch für die Umwelt. 

Häufige Fragen zu nachhaltigen Investmentfonds

Welcher Fonds ist wirklich nachhaltig?

Als wirklich nachhaltiger Fonds, der nachweislich und transparent nachhaltig investiert, gilt der offene Impact Fonds klimaVest der Commerz Real. klimaVest legt konkrete Nachhaltigkeitsziele fest, die messbar sind.

Was bedeutet nachhaltig bei Fonds?

Da “nachhaltig” kein geschützter Begriff ist, fallen darunter unterschiedliche Anlagestrategien, die ein Fonds verfolgen kann. Zum Beispiel der Ausschluss von Unternehmen der Tabakindustrie oder die Auswahl von Anlageobjekten auf der Basis von ESG-Kriterien.

Lohnt sich eine Anlage in nachhaltige Fonds?

Grundsätzlich ja. Nachhaltige Fonds sind eine zukunftsträchtige und auch ergiebige Geldanlage, die mindestens genauso gut oder besser performen als konventionelle Fonds und gleichzeitig Gutes tun – bei sorgfältiger Auswahl des Investments.

Welche Wirkung haben nachhaltige Fonds?

Nachhaltige Fonds können je nach Schwerpunkt und Anlagestrategie auf soziale, ökologische oder wirtschaftliche Nachhaltigkeit einwirken. Sie können sich beispielsweise gegen Zwangsarbeit einsetzen oder ihr Fondsvermögen in die Aufforstung von Wäldern investieren.

Wie nachhaltig sind Nachhaltigkeitsfonds?

Es kommt drauf an: Ein Fonds mit Negativ-Screening-Ansatz beispielsweise schließt nicht-nachhaltige Unternehmen oder Branchen aus, wirtschaftet aber nicht aktiv nachhaltig. Ein Impact Fonds wiederum verfolgt sehr strenge Nachhaltigkeitskriterien in der Portfoliogestaltung.

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