Solarfonds: Was Sie bei der Investition in Solarenergie zu beachten haben

Klimafreundlich und stabil: Immer mehr Anbieter versprechen Anlegern sonnige Aussichten für ihre Rendite mit Investitionen in Solarenergie. Erneuerbare Energien zu fördern scheint dabei vielen attraktiv. Wie sind Solarinvestments im Spektrum der nachhaltigen Geldanlagen einzuordnen?

klimaVest: Das Bild zeigt einen Mann Mitte 30, der ein weißes Hemd an hat und vor einem Solaranlagenpark steht und direkt in die Kamera schaut

Deutschland gehört zu den Ländern mit den meisten installierten Solaranlagen weltweit. Doch nicht jeder hat ein eigenes Dach oder eine Fläche, um selbst ein kleines Kraftwerk zu bauen. Viele Anleger fragen sich daher, wie sie dennoch von der Energiewende profitieren können.

Daher steigt die Zahl und Vielfalt der Angebote für Solarinvestments. Das macht es für Privatanleger unübersichtlich, zumal die Transparenz oft zu wünschen übriglässt: In welche Werte investiert man genau? Welche Renditen sind realistisch? Wie sicher ist die Anlage? Und was ist wirklich saubere Energie?

Dieser Beitrag beleuchtet die Chancen und Risiken von Solarfonds. Er gibt Klarheit darüber, wie Sonnenenergiefonds funktionieren, was Sie bei der Beschäftigung mit dieser Form der nachhaltigen Geldanlage beachten sollten und welche Alternativen es gibt, um in die Kraft der Sonne zu investieren.

Inhalt:

  • Wie Solarenergie funktioniert
  • Wie sich mit der Sonne Geld verdienen lässt
  • Was ein Solarfonds ist
  • Geschlossene und offene Solarfonds
  • Chancen & Vorteile von Solarfonds
  • Risiken von Solarfonds
  • Checkliste: Welche Fragen man bei Solarfonds stellen sollte
  • Alternativen, wie Sie in Solarenergie investieren können

Solarfonds: Alles was Sie wissen müssen

Wie Solarenergie funktioniert

Bei der Photovoltaik (PV) wird eintreffendes Sonnenlicht direkt in Strom umgewandelt. PV-Anlagen sind besonders in Europa beliebt. Um die Kraft der Sonne in nutzbare Energie umzuwandeln, braucht es drei Dinge: 

  1. Solarzellen, die sich zu Modulen und ganzen Photovoltaik -Anlagen zusammensetzen lassen – und eine geeignete Fläche dafür,
  2. das Stromnetz, das die erzeugte Gleichstrom-Energie mit Hilfe von Wechselrichtern
  3. Sonneneinstrahlung, die auch bei Wolken eintrifft, jedoch nicht nachts, bei Schnee und anhaltend finsterem Wetter.

Bei der Solarthermie wird die Wärme des Sonnenlichts gebündelt, um ein Trägermedium (z.B. Luft, Öl oder Wasser) zu erhitzen und damit eine Turbine zur Stromerzeugung anzutreiben. Die thermische Umwandlung lohnt sich eher in Regionen mit viel Sonne und wenig Wolken, wie den Wüsten Afrikas.

Wie sich mit der Sonne Geld verdienen und das Klima schützen lässt

Viele Länder fördern die Produktion von Solarenergie finanziell. In Deutschland sorgt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seit 2002 dafür, dass Strom aus regenerativen Quellen einen Vorrang bei der Einspeisung ins Netz genießt und die Produzenten eine Vergütung pro eingespeister Kilowattstunde (kWh) erhalten. So ist es sowohl für private Hausbesitzer mit Dachfläche, als auch Solarparkbauer interessant geworden, in Photovoltaik zu investieren. Die Einspeisevergütung ist zwar in den letzten Jahren gesunken, hält ein Investment in erneuerbare Energien aber weiterhin attraktiv.

Nicht nur das Konto, auch das Klima freut sich: Jede mit Photovoltaik erzeugte kWh vermeidet den Ausstoß von 615 g Treibhausgasemissionen, der sonst im durchschnittlichen deutschen Strommix mit seinem hohen Anteil an fossilen Energien wie Öl, Kohle und Gas entstanden wäre. Bei einer Stromproduktion von 488 TWh in Deutschland macht das viel aus. Die Nutzung von Photovoltaik und Solarthermie in Deutschland sparte netto 29,2 Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen im Jahr 2018 ein.1 So trägt jeder investierte Euro zum Klimaschutz bei.

Strommix in Deutschland 2020

Quelle: Frauenhofer ISE, erstes Halbjahr 2020

Was ist ein Solarfonds?

Mit Solarfonds können Anleger auch ohne eigene PV-Anlage in erneuerbare Energien investieren. Bei dieser Form der ökologischen Geldanlage finanzieren mehrere Privatpersonen und Unternehmen i.d.R. gemeinsam einen Solarpark. Meist stehen die Module auf einer größeren Fläche und werden als ein Kraftwerk ans Netz angeschlossen. Ein eigenes Grundstück oder Dach braucht der Einzelanleger also nicht.

Eine Geldanlage in Solarfonds fließt in die Errichtung und den Betrieb mehrerer Solaranlagen, die sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern stehen können. Über die Einspeisevergütung und den Verkauf von Strom lässt sich eine Rendite generieren. Sie kommt besonders dann zum Tragen, wenn die Solarkraftwerke groß sind und eine lange Laufzeit haben – also durch Skaleneffekte und langfristige Investments.  

Geschlossene und offene Solarfonds

Geschlossene Solarfonds werden bei ihrer Auflage zunächst geöffnet: Privatpersonen und Unternehmen können ihr Geld in einem festgelegten Platzierungszeitraum („Zeichnungsphase“) zusammenlegen. Mit ihrer direkten unternehmerischen Beteiligung erwerben die Anleger dabei Anteile. Das sind oft Kommanditanteile an einer gemeinsamen Gesellschaft, die in der Rechtsform der GmbH & Co. KG organisiert ist (Kommanditgesellschaft mit beschränkter Haftung). Auch viele Bürgersolarparks sind so organisiert: Anleger werden zu Kommanditisten. Sobald mit den Einzelinvestments der Investoren eine bestimmte Eigenkapitalquote erreicht ist und das geplante Solarkraftwerk damit voll finanziert ist, wird der Fonds geschlossen. Weitere Einlagen sind in so einem geschlossenen Fonds nicht mehr nötig und möglich. Geschlossene Fonds  werden  den Alternativen Investment Fonds (AIF) zugeordnet; die Anteile lassen sich nicht an der Börse handeln. Dadurch ist die Geldanlage weniger spekulativ, aber auch weniger flexibel, falls Anleger ihr Geld vor der vertraglich festgelegten, meist langfristigen Haltedauer zurückhaben wollen.

Offene Solarfonds werden dagegen als Investmentfonds an der Börse gehandelt. Ihre Anteile lassen sich täglich kaufen und verkaufen. Hier investieren Anleger nicht gezielt in den Bau und Betrieb bestimmter Projekte wie Solarparks, sondern in Aktien von Unternehmen, die in der Solarbranche aktiv sind. Dazu gehören Hersteller von Solarzellen, Solarmodulen und Wechselrichtern, Berater, Dienstleister, sowie Solaranlagenbauer und -betreiber. Weil die Aktienkurse im Wert schwanken können, empfiehlt sich trotz der täglichen Handelbarkeit eine Haltedauer von acht bis zehn Jahren. Der Einfluss auf nachhaltige Projekte ist bei dieser Form des Investments eher indirekt. Denn wer ein solches börsengehandeltes Wertpapier kauft, lässt meist kein Geld von der Finanz- in die Realwirtschaft fließen, sondern zum Vorbesitzer der Anteilsscheine. Steigt der Börsenkurs, können die Unternehmen im Portfolio des Fonds durch ihren dann höheren Wert leichter Kredite von Banken erhalten. Ob sie damit aber wirklich nachhaltige Projekte und Geschäftsmodelle innerhalb der Firma finanzieren, bleibt ihnen überlassen – Anleger erhalten darüber keine Transparenz.

Die Chancen & Vorteile von Solarfonds

Wer sich direkt an Bau und Betrieb eines Sonnenkraftwerks beteiligt, investiert damit in grüne Sachwerte. Wenn Sie sich dafür entscheiden, werden Sie Unternehmer*in und Miteigentümer*in von Solarparks und tragen aktiv zur Energiewende bei. Photovoltaik liefert sauberen Strom ohne Treibhausgas-Emissionen im Betrieb – bei immer weiter fallenden Kosten. Mittags sind Strombedarf und Strompreise in der Regel am höchsten: Genau dann, wenn die Sonne am stärksten scheint. Die Leistungsspitzen der Solaranlagen fallen somit meist mit den Bedarfsspitzen des Stromnetzes zusammen.

Insgesamt wird die Nachfrage nach Strom steigen – und der Bedarf an grüner Energie ganz besonders. Deutschland hat sowohl den Ausstieg aus der Atomkraft, also auch aus der Kohleenergie beschlossen. Erneuerbare Energien sollen die Lücke füllen. Auch andere Länder setzen zunehmend auf eine Energieerzeugung aus regenerativen Quellen, um z.B. unabhängiger von teuren Ölimporten und Dieselgeneratoren zu werden. 

Der Ertrag von Solarinvestments lässt sich sehr gut kalkulieren: Die staatlich garantierte Einspeisevergütung für Solarstrom ermöglicht Prognosen, die relativ zuverlässig sind. Über eine Laufzeit von 20 Jahren wird ein fixer Betrag pro Kilowattstunde vergütet. Für stabile Einnahmen sorgt zudem die Tatsache, dass jährliche Schwankungen der solaren Einstrahlung eher niedrig ausfallen – die Stromerträge lassen sich damit gut vorhersagen. 

Grüne Kapitalanlagen in Solarenergie sind als Sachwerte weitgehend unabhängig von Kapitalmarktschwankungen, Inflation, Wechselkursrisiken oder Konjunkturzyklen, zumal die erzeugte Energie vorrangig ins Netz eingespeist werden kann und somit immer ihren Weg zum Strommarkt findet. Die ausgereifte Technik ist simpel und zuverlässig, wodurch Wartungsaufwand und Versicherungsbeiträge gering ausfallen. Mit all diesen Grundlagen für eine Kalkulation können Fondsgesellschaften relativ verlässliche Renditepläne aufstellen. Als Beimischung in einem diversifizierten Portfolio eignen sich Solarfonds damit durchaus.

Eine Beteiligung an einem Solarfonds bietet zwar gute Renditechancen, aber eben auch ein nicht zu verachtendes unternehmerisches Risiko.

Die Risiken von Solarfonds

Wie bei geschlossenen Fonds üblich, ist auch ein Investment in Solarfonds mit einem unternehmerischen Wagnis verbunden.

Zu den möglichen Risikofaktoren von Solarfonds gehören:

  • Totalverlust 
  • Nachschusspflicht
  • Lange Kapitalbindung
  • Absenkung staatlicher Förderung 
  • Technik
  • Wetter/Naturgewalten
  • Transparenz / Management  / Unzuverlässige Fondsmanager bzw. Betreiber
  • Währungsrisiken
  • Politische Risiken

Totalverlust
Das Investment in einen Solarfonds ist in der Regel eine unternehmerische Direktbeteiligung. Entsprechend sind die Miteigentümer sowohl an möglichen Chancen, als auch Risiken beteiligt. Das kann bis zum kompletten Ausfall des eingesetzten Kapitals führen.

Nachschusspflicht
Manche Beteiligungsformen sehen vor, dass die Investoren als Unternehmer auch Kapital aus ihrem Privatvermögen „nachschießen“ müssen, wenn das Projekt nicht gut läuft – etwa, wenn ungeplant in neue Technik investiert werden muss.

Lange Kapitalbindung
Geschlossene Fonds ermöglichen keinen Verkauf der Anteile vor Ende der festgelegten Laufzeit, die meist bei acht bis zwölf Jahren liegt. Manchmal ist eine Veräußerung über den Zweitmarkt möglich, doch kann es hier zu hohen Verlusten kommen.

Absenkung staatlicher Förderung
Zwar stellt sich Deutschland gern als Vorreiter in der Energiewende dar, doch in der Tagespolitik haben es die Erneuerbaren Energien nicht leicht. Immer wieder kommt es zu Diskussionen über eine Änderung der Einspeisevergütung und damit Senkungen der Solarförderung. In der Vergangenheit kam es vor, dass Staaten die Einspeisevergütung senkten, teilweise auch rückwirkend, was zu Ertragsverlusten führte. Zusätzlich waren die finanzierenden Banken dann z.T. nicht mehr bereit, zugesagtes Fremdkapital zu zahlen – und mancher Solarparkfonds geriet in eine Abwärtsspirale.

Technik
In einzelnen Projekten kann es zu technischen Problemen oder Verzögerungen bei der Beschaffung kommen. So gab es schon einmal Phasen, in denen das für Solarzellen nötige Silizium knapp war oder es zu Engpässen bei Komponenten wie Transistoren kam. Dadurch kann sich die Inbetriebnahme der Anlage verzögern, was zum Ertragsausfall führt. 

Wetter/Naturgewalten
Nicht kalkulierte Wetterphänomene und Naturkatastrophen wie Stürme, Überflutungen und Erdbeben oder einfach niedrige Sonneneinstrahlung können die erwartete Rendite schmälern.

Transparenz / Management
Fehlende Transparenz der Angebote und schlechtes Management der Projekte können zum Problem werden. Sind die Prospekte wenig aussagekräftig, die Fondsmanager unzuverlässig, die Betreiber unerfahren oder die Berichte über die Entwicklung der Anlagen unvollständig, haben Anleger es schwer, ihre Geldanlage auf Sicherheit, Rentabilität und Klimaschutzbeitrag zu prüfen.

Währungsrisiken
Bei einer Investition in ausländische Fonds außerhalb der Eurozone kann die Schwankung des Wechselkurses ein Risiko darstellen.

Politische Risiken
Insbesondere bei Solarfonds, die in außereuropäische Solarparks investieren, kann die politisch oder gesetzlich undurchsichtige Situation zu Schwierigkeiten führen. Dazu gehören eine instabile Lage durch innere Konflikte oder Kriege, Änderungen im Rechtssystem oder auch Hürden der Bürokratie.

Im Vergleich zu anderen geschlossenen Fonds ist ein Investment in Solarfonds verhältnismäßig weniger risikoreich. Dennoch können die genannten Risiken in der Summe dazu führen, dass Anleger ihr Geld verlieren und geringe Aussichten auf Schadensersatzansprüche haben.
Auch offene Solarfonds, die an der Börse gehandelt werden, bergen Risiken. Der solare Aktienmarkt machte negative Schlagzeilen durch die Konkurse oder Kurs-Crashs von einzelnen Herstellern von Solarmodulen.

Checkliste: Welche Fragen man bei Solarfonds stellen sollte

Im Verkaufsprospekt von Fonds finden sich Informationen zu wirtschaftlichen Daten wie Investitionsvolumen, Laufzeit und Ertragsaussichten, aber auch zu technischen Daten wie Kapazität und Leistung der Solaranlagen. Wenn Sie sich mit Solarfonds beschäftigen, empfiehlt es sich folgende Fragen zu prüfen:

Wie langfristig ist die Geldanlage?
In der Regel ist eine Investition in Solarfonds auf mindestens acht Jahre, manchmal auch 30 Jahre angelegt. Prüfen Sie, ob Sie solange auf das Geld verzichten können. Ein früherer Verkauf ist oft nicht möglich oder nur mit hohen Einbußen.

Was beinhaltet die Kalkulation?
Welche Erträge und Renditen werden prognostiziert? Gibt es Zusatzkosten (z.B. Ausgabeaufschlag/Agio, Gebühren für Konzept, Vertrieb, Wartung, Reparatur, Stilllegung)?

Werden die Standorte der geplanten Anlagen benannt?
Solarfonds mit Blindpools benennen die genauen Standorte nicht, was es Ihnen erschwert, die Erfolgsaussichten einzuschätzen – sei es mit Blick auf Sonneneinstrahlungszeit, Naturkatastrophen oder auch auf politische Risiken wie Unruhen oder Enteignungen.

Was kann zu Stromertragseinbußen führen?
Faktoren, die zu niedrigeren Erträgen führen können, sollten Sie genauer analysieren. Welche Qualität haben die geplanten Anlagen? Wie stark und wie häufig wichen in der Vergangenheit die prognostizierten und die eingetretenen Werte von Sonneneinstrahlungsmenge und -intensität voneinander ab?

Welche Ertragssicherung besteht?
Deutschland und viele andere Staaten garantieren eine gesetzlich geregelte Einspeisevergütung. Ob sie für alle Länder im angebotenen Fonds besteht, ist zu prüfen. Garantien und Versicherungen sollten zudem dafür sorgen, dass Einnahmen auch bei technischen Ausfällen der Anlagen oder Verzögerungen bei der Inbetriebnahme fließen.

Was lässt sich über das Fondsmanagement herausfinden?
Informationen über die Fondsgesellschaft können aufschlussreich sein – z.B. ihre Erfahrungen mit erfolgreichen oder auch weniger erfolgreichen Projekten im Bereich erneuerbarer Energien. 

Wie ist die Finanzierungsquote zu bewerten?
Zu welchem Anteil ist das Projekt mit Fremdmitteln finanziert? Je mehr Zusagen von Fremdkapitalgebern bereits bestehen, desto höher erscheint ihr Vertrauen in den Erfolg des Projekts – das kann ein gutes Zeichen sein. 

Zwischenfazit: Solarfonds sind für den Privatanleger eine riskante Anlageform

Solarfonds sind ein unternehmerisches Investment, das durch seine langen Laufzeiten und den möglichen Totalverlust nicht sehr attraktiv für sicherheitsorientierte Anleger erscheint. 

Doch grundsätzlich ist Sonnenstrom eine nachhaltige Form der Energiegewinnung. Längst werden erneuerbare Energien nicht mehr als „alternative Energien“ bezeichnet, da vielmehr die Energiewende selbst alternativlos erscheint: Mit Blick auf Klimawandel und Naturverlust gehört der sauberen Solarenergie die Zukunft. Für Anleger braucht es daher mehr und andere Möglichkeiten, nachhaltig zu investieren.

Alternativen - wie Sie in Solarenergie investieren können

Wie bei anderen Geldanlagen haben auch die verschiedenen Formen von Solarinvestments Vor- und Nachteile, die Anleger für ihren Einzelfall bewerten müssen.

Solaraktienfonds

In einem Solaraktienfonds werden die Anteile an verschiedenen Unternehmen der Solarbranche zu einem Fonds gebündelt. In einem solchen Themenfonds ist das Risiko stärker gestreut als bei der Investition in Einzelaktien. Bei aktiv gemanagten Aktienfonds übernehmen Fondsmanager die Auswahl und Gewichtung der Aktien. Das spart Anlegern Zeit, wird aber auch mit entsprechenden Gebühren vergütet. Auf den direkten Ausbau erneuerbarer Energien hat man mit dieser Anlageform keinen Einfluss.

Impact Fonds

Themenfonds im Bereich erneuerbarer Energien können auch als Impact Fonds auftreten, die sich doppelt lohnen. Das englische Wort „Impact“ steht dabei für Wirkung: Die Fonds zielen auf ein wirkungsorientiertes Investieren, wobei die Geldanlage nicht nur – wie bei Aktien oder vielen Finanzmarktfonds – in Finanzprodukte fließt, sondern in konkrete Projekte mit ökologischen Zielen und nachweisbaren Ergebnissen. So wird z.B. für die Solarparks im Portfolio eines Impact Fonds ein konkretes CO2-Einspar-Ziel benannt. Auf diese Weise verbinden Impact Investments finanzielle Rendite mit einer messbaren Nachhaltigkeitsleistung. Sie orientieren sich an den Sustainable Development Goals (SDGs), also den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Impact Fonds kombinieren die konkrete Wirkung eines Direktinvestments mit der Risikostreuung eines Fonds. Das investierte Geld erzielt eine direkte nachhaltige Wirkung, die von den Anbietern transparent gemacht werden muss. Ist ein solches Produkt zudem als offener Fonds strukturiert, haben Anleger zusätzlich den Vorteil einer flexibleren Veräußerungsmöglichkeit, was bei klassischen Solarfonds mit Direktbeteiligung nicht gegeben ist. Durch die börsentägliche Handelbarkeit sind auch lange Laufzeiten der Assets wie Solarparks, Windkraftanlagen und Biomasse-Kraftwerke kein Problem mehr.

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Weitere Informationen zu Impact Fonds und Impact Investment erhalten Sie in dem folgenden Artikel: Impact Investment: Alles was Sie als Anleger wissen müssen

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Solaranleihen

Mit Anleihen erhalten Solarunternehmen Kredite von Anlegern und zahlen ihnen im Gegenzug einen festgelegten Zinssatz. Diese regelmäßigen Ausschüttungen bietet Planungssicherheit. Andererseits hat man als Fremdkapitalgeber weniger Transparenz über die Entwicklung der Anlage. Ein Markt zum Handeln von Anleihen ist häufig nicht vorhanden, sodass das Finanzinstrument relativ unflexibel ist.

Crowdinvesting: Sonnen-Genussscheine und Nachrangdarlehen

Beim Crowdinvesting beteiligen sich viele Anleger („Crowd“) finanziell an einem Projekt – z.B. am Aufbau eines Solarparks. Die Rendite wird meist als Zinsen ausgezahlt. Oft kann man bereits mit kleinen Beträgen ab 100 Euro über Online-Plattformen investieren. Die Verträge zwischen Projektunternehmen und Anleger sind häufig als Genussscheine oder Nachrangdarlehen organisiert.

In einem Genussschein sind Genussrechte verbrieft: Das Wertpapier berechtigt die Anleger zur Teilhabe an Gewinnen und Erlösen bei der Auflösung eines Unternehmens (Liquidation). Solche Verträge können sehr unterschiedlich ausgestaltet sein bezüglich Zinsen, Gewinnausschüttung, Rückzahlung und Rechten. Ein Mitspracherecht ist nicht vorgesehen und bei Insolvenz sind Genussrechtsinhaber erst nach allen anderen Gläubigern an der Reihe.
 
Bei Nachrangdarlehen erhalten Anleger relativ hohe Zinsen auf den Kredit, den sie dem Solarprojekt bzw. Unternehmen gewähren. Demgegenüber stehen allerdings relativ hohe Risiken – im Falle einer Insolvenz werden die Anleger nachrangig zu allen anderen Gläubigern bedient.

Genossenschaften

In einer Genossenschaft werden Anleger durch ihre Einlage Mitunternehmer bzw. Miteigentümer. Oft sind diese Unternehmen sehr regional verwurzelt. Jedes Mitglied hat ein Mitspracherecht, unabhängig von der Höhe der Investitionssumme. Das hat Vorteile (demokratische Anlageform), aber kann auch zu langwierigeren Abstimmungsprozessen führen. Ein erfahrenes Management-Team ist auch hier das A und O.

Fazit: Es gibt sinnvollere Wege als Solarfonds, um in Solarenergie zu investieren

Klassische Solarfonds mit Direktbeteiligung sind nicht der einzige Weg, um in Solarenergie zu investieren – und häufig auch nicht der sicherste bzw. rentabelste. Wer komplett auf Nummer Sicher gehen will und wenig Renditeerwartungen hat, bleibt lieber bei Sparbriefen oder Festgeldangeboten der Bank, die teilweise anbieten, einen Teil ihres Portfolios mit Krediten an Projekte zum Ausbau erneuerbarer Energien zu gestalten. 

Wem regionale Nähe besonders wichtig ist, der kann sich als Mitglied in einer Genossenschaft (unternehmerisch) einbringen. Menschen, denen die Schwankungen am Aktienmarkt nichts ausmachen, können sich an börsengehandelten Solarfonds beteiligen. Will man aber direkt messbaren Impact für das Klima generieren, ist der Aktienhandel weniger attraktiv. 

Wichtig ist die Streuung des Risikos: Alles auf eine Karte – z.B. nur Solarenergie – zu setzen, kann riskant sein. Eine Diversifizierung lässt sich durch die Verteilung der Anlagesumme auf andere Themen erreichen, etwa mit Investments in weitere Energie-Infrastruktur wie z.B. Windkraft. Informationen zu den Vor- und Nachteilen von Windkraftinvestments finden Sie in diesem Artikel

Wer grundsätzlich an die Zukunft und Notwendigkeit erneuerbarer Energien glaubt und eine nachhaltige Stabilität im Portfolio erreichen möchte, ist mit Impact Fonds am besten beraten. Sie sind mit verschiedenen Arten regenerativer Energiegewinnung besser diversifiziert, werden von erfahrenen Experten verwaltet und können so eine gute Balance von Sicherheit und Rendite erreichen.

Fakten zu Solarenergie

-38% CO2
Dank immer mehr Erneuerbaren Energien Anteil sank der CO2-Emissionsfaktor im deutschen Strommix um ca. 38% in knapp 20 Jahren: von 746g CO2 pro kWh (1990) auf 474g CO2 pro kWh (2018).²
-29,2 Mio. t CO2
Die Nutzung von Photovoltaik und Solarthermie in Deutschland sparte netto 29,2 Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen im Jahr 2019 ein.³
9,3 % Anteil
2020 machte die Photovoltaik etwa 9,3% der Brutto-Stromproduktion in Deutschland aus: 50 von insgesamt 564 Mrd. kWh.⁴

Treibhausgas-Emissionen bei der Stromproduktion durch verschiedene Energieträger

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1 Umweltbundesamt (2019): Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger. Bestimmung der vermiedenen Emissionen im Jahr 2018. www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2019-11-07_cc-37-2019_emissionsbilanz-erneuerbarer-energien_2018.pdf 
2 Fraunhofer ISE (2021): Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland. www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/aktuelle-fakten-zur-photovoltaik-in-deutschland.pdf, Stand 2.2.2021, S. 49
3 Umweltbundesamt (2019): Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger. Bestimmung der vermiedenen Emissionen im Jahr 2018. www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2019-11-07_cc-37-2019_emissionsbilanz-erneuerbarer-energien_2018.pdf 
4 BDEW (2020): Stromerzeugung und -verbrauch in Deutschland www.bdew.de/presse/presseinformationen/aktuelle-berechnungen-von-zsw-und-bdew-2020