3 Fragen an… Axel Seider, Produktentwickler des klimaVest

Portraitfoto von dem Produktentwickler des klimaVest, Axel Seider

Welche Chancen bietet der ELTIF für Europa, Herausforderungen wie die Klimaerhitzung besser zu meistern?

Der ELTIF ermöglicht bei entsprechender Ausgestaltung erstmals Infrastrukturinvestments privater Anleger über einen offenen Fonds. Damit hat er grundsätzlich das Potential, signifikante Mittel für die Umsetzung der Energiewende in Europa zu generieren. Für klimaVest haben wir die Möglichkeiten der ELTIF Verordnung verknüpft mit den Zielen der EU-Taxonomie zur Bekämpfung des Klimawandels. So haben wir den ersten offenen Impact Fonds für deutsche Privatinvestoren zur Investition in nachhaltige Infrastruktur geschaffen.

Was genau bedeutet das „longterm“ im ELTIF und warum hat die EU diese Langfristigkeit nicht näher definiert?

Die Definition von „Longterm“ hängt immer mit der Assetklasse zusammen. Das Vehikel ELTIF sollte nicht unflexibel sein – die EU hat die Laufzeit daher bewusst nicht genau festgelegt, sondern den Fondsmanagern einen Spielraum gegeben. Langfristigkeit beginnt meist ab fünf Jahren. Für manche Assets mit eher kurzem Lebenszyklus sind fünf Jahre schon lang. Bei einem Windpark dagegen setzt man eher 30 Jahre an, weil er so lange betrieben werden soll.

Welche „Nachbesserungen“ müssten aus Ihrer Sicht in der Regulatorik geschehen, um die Ziele des ELTIF in der Praxis besser zu erreichen?

Privatanleger, die über einen ELTIF in Infrastruktur investieren möchten, müssen über ein Portfoliovermögen von mindestens 100.000 Euro verfügen. Die Mindestanlagesumme für ein Investment in einen ELTIF beträgt 10.000 Euro. Hierdurch wird ein nicht unbeträchtlicher Anteil von Privatanlegern unabhängig von der Anlagestrategie eines ELTIFs und den damit verbundenen Risiken von einem Investment ausgeschlossen. Dies ist ein deutlicher Nachteil des Vehikels und sollte vom Gesetzgeber überdacht werden.